Reiseführer Ägypten

Fotos Ägypten

  • Der große Tempel von Abu Simbel - Wahrzeichen Ägyptens
  • Ägyptische Mythologie - Bindeglied zwischen den alten Hochkulturen und der modernen Gesellschaft
  • Die Pyramiden von Gizeh in der Nähe von Kairo
  • Das Rote Meer - Ein beeindruckendes Stück Natur in Ägypten
  • Der Suezkanal - Tor zwischen dem Orient und dem Abendland

Ägypten ist ein Staat im nordöstlichen Afrika. Ein Teil davon, die Halbinsel Sinai, wird bereits zu Asien gezählt. Die geografischen Besonderheiten des Landes werden durch den Nil geprägt, der auch als Lebensader bezeichnet wird. Neben den teils sehr fruchtbaren Ufergebieten, dem 24.000 km² großen Mündungsdelta und dem 23.000 km² großen Delta zwischen zwei Nilarmen, finden sich die Libysche und die Arabische Wüste. Die Halbinsel Sinai schließt sich im Nordosten an und bildet mit ihrer östlichen Begrenzung die Grenze zu Israel. Die südliche Grenze trennt den Sudan von Ägypten, während das Land im Westen an Libyen angrenzt.


Die Bevölkerung des Landes konzentriert sich mit fast der Hälfte aller Einwohner auf die Städte, die sich in den fruchtbaren Regionen des Landes entwickelt haben. Es fällt ein vergleichsweise hohes Bevölkerungswachstum auf. Gleichzeitig geht die Anzahl von nichtmoslemisch Gläubigen zurück. Außer der Staatsreligion Islam gibt es das Christentum, das aber mit höchstens 15 % der Gesamtbevölkerung eine wenig tolerierte Minderheit darstellt.


Die Hauptstadt des Landes liegt am rechten Nilufer im Nordosten des Landes. Kairo ist nicht nur das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes, sondern zählt auch zum islamischen Zentrum. Die Achtmillionenstadt ist eine Stadt der Gegensätze. Während es in der Innenstadt und an den Randbezirken viel Armut und schlechteste Wohnverhältnisse gibt, wird am östlichen Stadtrand bis zum Jahr 2020 eine moderne Siedlung entstehen, die allerdings nur wohlhabenden Ägyptern eine Bleibe bieten wird.


Touristen wählen als bevorzugte Reisezeit die Monate, in denen es nicht extrem heiß werden kann. Da das Klima in Ägypten in fünf verschiedene Zonen eingeteilt werden kann, gibt es keine allgemeingültige beste Reisezeit. In jeder Region gilt es zu bedenken, dass es tagsüber sehr heiß und nachts empfindlich kalt werden kann. Niederschläge sind in Ägypten sehr selten.

Geographische Lage von Ägypten

Koordinaten 26°N, 29°O Fläche 1001449 km²
Landfläche 995450 km² Wasserfläche 6000 km²
Höchster Punkt Jabal Katrina, 2.637 m Landesgrenze 2689 km
Größte Insel - Küste 2450 km
Größter See Längster Fluss: Nil, 1.550 km

Ägypten liegt im Nordosten des afrikanischen Kontinents. Die Sinai-Halbinsel gehört staatenrechtlich zu Ägypten, aber geografisch zu Asien. In Ägypten findet man sieben naturräumliche Regionen, die allesamt vom gleichzeitig längsten Fluss des Landes beeinflusst sind: vom Nil. Im Süden des Landes, zwischen Abu Simbel und Assuan liegt der Nassersee, in dessen Anschluss sich eine fruchtbare Oase befindet. Nördlich der Hauptstadt Kairo teilt sich der Nil in zwei Arme und umschließt damit eine 23.000 km² große, sehr fruchtbare Deltalandschaft.

Westlich zum Nil schließt sich die Libysche Wüste mit insgesamt zwei Drittel des gesamten ägyptischen Staatsgebietes. Das Wüstengebiet fällt durch einen Höhenunterschied von 133 m unter NN bis zu 1.098 m über NN auf. Im Südwesten Kairos befindet sich in ca. 100 km Entfernung eine Oasenlandschaft mit einem 230 km² großem See, dem Qarun See. Die Arabische Wüste liegt östlich des Nils. Sie zeichnet sich durch über 2.000 m hohe Gebirgszüge und eine Vielzahl von ausgetrockneten Flussläufen (Wadis) aus.

Die Halbinsel Sinai ist überwiegend gebirgig. Der höchste Berg des Landes ist auf der Halbinsel zu finden, er erreicht eine Höhe von 2.637 Metern. Das Nildelta ist mit 24.000 km² findet sich an der Mündungsstelle am Mittelmeer, dessen Küste ansonsten von flachen Dünen gekennzeichnet ist. Die Küsten zum Roten Meer sind wesentlich felsiger und fallen zum Teil schroff und steil ab.
Ägypten grenzt im Westen an Libyen und im Süden an den Sudan. Die östliche Grenze ist gleichzeitig die Küste zum Roten Meer, während die Halbinsel Sinai im Westen an Israel grenzt. Der Suezkanal verbindet das europäische Mittelmeer mit dem Indischen Ozean.

Wichtige Städte in Ägypten

Kairo
Geografische Lage: 30°3’N, 31°14‘O
Fläche: 214 km²
Einwohner: 7.947.121
Bevölkerungsdichte: 37.136,1 Einwohner pro km²
Sprache: Arabisch


Die Hauptstadt Kairo befindet sich im nordöstlichen Ägypten am rechten Ufer des Nils. Kairo ist die größte Stadt, die der arabischen Welt zugerechnet wird und gleichzeitig die größte Stadt Afrikas. Die mit islamischer Baukunst geprägte Altstadt ist zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt worden und zieht dementsprechend viele Touristen in ihren Bann. Aber auch für die ägyptische Bevölkerung hat Kairo eine hohe Anziehungskraft. Dort findet sich das Zentrum in wirtschaftlicher, kultureller und verkehrstechnischer Hinsicht. Für die Bildung stehen die fünf Universitäten, von denen eine gleichzeitig eine traditionelle Lehrstätte für den Islam ist. Fast 8 Millionen Einwohner leben in der Stadt, zusammen mit der Metropolregion zählt man mehr als 16 Millionen Einwohner.

Die Stadt gliedert sich mit ihren Vororten, der Innenstadt und New Cairo in drei Bereiche. New Cairo befindet sich noch in der Planungs- und Bauphase, mit der Fertigstellung wird im Jahr 2020 gerechnet. Die neue Siedlung östlich der Innenstadt gelegen, soll sich als moderne Entlastungsstadt verstehen. Aufgrund der Enge und den unwirtlichen Bedingungen in der Innenstadt kam der Gedanke auf, eine bessere Wohnsituation mit moderner Infrastruktur zu schaffen. Die Durchführung obliegt überwiegend privaten Investoren. Im Gegenzug dazu ist das Armenviertel Imbaba einer der größten Slums weltweit.

Bevölkerung in Ägypten

Einwohner 8.302.869 Durchschnittsalter 24
Einwohner pro km² 83 Analphabetenrate 39
Bevölkerungswachstum 2 % Religion Islamisch
Lebenserwartung Frauen 74 Jahre Lebenserwartung Männer 67 Jahre

Die hohe Anzahl an Bewohnern sorgt dafür, dass Ägypten einen spürbaren Einfluss auf die gesamte arabische Welt hat. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten werden in der Hauptsache die fruchtbaren Regionen des Landes besiedelt. Dort befinden sich auch die meisten Städte, in denen fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung lebt. Mit Kairo, Giseh, Schubra al-Chaima und Alexandria hat Ägypten vier Millionenstädte. Die ethnische Demografie des Landes setzt sich in der Hauptsache aus Ägyptern zusammen. Ein kleiner Anteil stammt von arabischen Beduinen ab, die heute noch in der Wüste als Nomaden leben.

Rund 140.000 Nubier leben im Süden des Landes, während es insbesondere in der Oase Siwa noch Nachkommen von Berberstämmen gibt. Die Amtssprache ist Arabisch, wobei sich ein Dialekt herausgebildet hat, der unter der offiziellen Bezeichnung Ägyptisch-Arabisch bekannt ist. Die Berber, die sich in der Oase Siwa niedergelassen haben, sprechen Siwi , eine eigene Berbersprache. Englisch und Französisch sind in bildungsnahen Bevölkerungskreisen häufig anzutreffen, dazu gibt es ca. 230.000 Menschen, welche die indoiranische Sprache Domari beherrschen.
Der Islam gilt in Ägypten als Staatsreligion.

Daneben gibt es eine christliche Minderheit, die sich aus mehreren Glaubensrichtungen, bzw. Konfessionen zusammensetzt. Kopten und Katholiken bilden zusammen mit altorientalischen Kirchen, der Armenisch-Apostolischen Kirche, Syrisch und Griechisch Orthodoxen Kirche und einige kleineren christlich orientierten Glaubensgemeinden den christlichen Anteil der Bevölkerung von maximal 15 %.
Der auffallend hohe Anteil von Analphabeten lässt sich trotz bestehender Schulpflicht durch das Bildungssystem und durch die Verteilung der Bevölkerung auf das gesamte Land erklären. Die Hälfte der Einwohner lebt in schulfernen Gebieten. Die städtischen Einwohner haben zwar Zugang zu Schulen, allerdings ist das Bildungssystem zum Teil auf private Pfeiler gestellt, mit einer Gebührenpflicht, die nicht von jeder ägyptischen Familie zu bewältigen ist.

Wirtschaft in Ägypten

BIP 127.000.000.000 USD
BIP pro Kopf 1.739 USD
Anteil Landwirtschaft 15 %
Anteil Industrie 36 %
Anteil Dienstleistungssektor 49 %

Die Hauptquellen zur Beschaffung von Devisen sind der Export von Erdöl, die Benutzungsgebühren für den Suez-Kanal, Geldüberweisungen von Ägyptern, die als Gastarbeiter in fremden Ländern arbeiten und zu einem wesentlichen Teil der Tourismus. Er gibt fast der Hälfte aller Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz, während etwas mehr als ein Drittel in der Industrie und knapp 15 % in der Landwirtschaft beschäftigt sind. Nach Südafrika nimmt Ägypten in der Rangfolge der industrialisierten afrikanischen Länder den zweiten Platz ein. Das Land hat dennoch unter seiner vergleichsweisen hohen Auslandsverschuldung zu leiden.

Geschichte von Ägypten

Die ägyptische Hochkultur kann auf mehr als 3.000 Jahre zurückblicken. Die erste Pyramide wurde während der Phase des Alten Reichs (2.640 – 2.200 v.Chr.) erbaut. Nach der Ära des Mittleren und des Neuen Reichs (Ende 1.070 v.Chr.) schlossen sich Spätzeit, Ptolemäerzeit und die Römische Zeit (Ende 640 n.Chr.) an. Die Gründung der koptischen Religion basiert auf den christlichen Einflüssen dieser Zeit. Die islamisch-arabische Epoche begann ca. 630 n.Chr. und begründete den islamischen Einfluss des Landes, der bis heute gilt.
Der Bau des Suezkanals und dessen Eröffnung im Jahr 1869 führte zu einer hohen Staatsverschuldung und zu einer Annäherung an Großbritannien, dessen Einfluss die weitere Geschichte des Landes zunächst prägte. Ägypten wurde zum britischen Protektorat. Der Rückzug der Engländer aus Ägypten im Jahr 1956 markiert den Beginn einiger Auseinandersetzungen mit England und Frankreich (Sinai-Krieg). Zusätzlich wird das Land in Kriege mit dem Nachbarland Israel verwickelt (Sechs-Tage-Krieg). In den letzten Jahrzehnten hat sich Ägypten zum wichtigsten Vermittler bei Nahost-Konflikten entwickelt.