Reiseführer Argentinien

Fotos Argentinien

  • Panoramablick über die Anden
  • El caminito in Buenos Aires
  • El torres del paine
  • Iguazu Wasserfälle in Argentinien
  • Indigena in einem Andendorf

Der achtgrößte Staat der Erde erstreckt sich über den südlichen Teil Südamerikas. Mit einer fast 3.700 km langen Nord-Süd-Ausdehnung ist die Grundlage für mehrere Klimazonen geschaffen. Die westliche Grenze ist von der längsten Gebirgskette der Erde, den Anden dominiert, wo sich auch die höchste Erhebung des Landes mit 6.962 Metern befindet. Von Nord nach Süd ist das Land von Trockensavanne, hügeliger Landschaft, Sumpfgebiet und Pampas gekennzeichnet. Buenos Aires ist die Hauptstadt und befindet sich im Mündungsgebiet Rio de la Plata. Trotz der langen Küstenlinien gehören nur wenige Inseln zum argentinischen Hoheitsgebiet. Die Falklandinseln sind in diesem Zusammenhang zu nennen, da ihre Zugehörigkeit immer wieder Gegenstand von internationalen Streitigkeiten ist. Die Insel Feuerland teilt sich Argentinien mit Chile.


Die Bevölkerung Argentiniens setzt sich überwiegend aus Nachkommen europäischer Einwanderer zusammen, wobei der Schwerpunkt auf Italien liegt, gefolgt von Spanien und Deutschland. Die indianische Urbevölkerung ist nur noch zu einem geringen Anteil vertreten. Die Wirtschaft des Landes ist und war staatlich kontrolliert. Direkte Auswirkungen politischer Entwicklungen auf die Wirtschaft führten zum Jahrtausendwechsel zum Staatsbankrott, von dem sich die argentinische Wirtschaft nur langsam, aber mit steigender Tendenz erholt.
Die Hauptstadt des Landes liegt am Mündungsdelta des Rio de la Plata. Hier wird ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet, was auf die Bedeutung der Stadt hinweist, die als Zentrum für Handel, Industrie und Dienstleistung gilt.


Argentinien wartet durch seine Längenausdehnung von 3.700 km mit mehreren Klimazonen auf. Während im Norden und Nordosten mit subtropischem und tropischem Klima zu rechnen ist, zeigt sich das Klima in den zentralen Regionen eher gemäßigt. Im Süden herrscht kühleres Wetter vor, was sich auch in den Höhen der Anden zeigt.
Die Geschichte des Landes ist von Kriegen, Eroberungen, Diktaturen, Unruhen und dem Kampf um mehr Demokratie gekennzeichnet. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte kam es zu Bürgerkriegen, Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern und innerpolitisch zu Militärputsch und anderen Umstürzen. Der charismatische Perón leitete unter seiner Präsidentschaft die Ära ein, die in Argentinien noch heute spürbar ist.


Typisch für Argentinien ist der Tango als Kunstform und Ausdruck von Lebensgefühl. Für Touristen ist ein Besuch der Uguazú Wasserfälle sehr lohnenswert, oder eine Reise durch das landschaftlich fast unberührte Patagonien.

Geographische Lage von Argentinien

Koordinaten 35° S, 58° W Fläche 2766890 km²
Landfläche 2736690 km² Wasserfläche 30200 km²
Höchster Punkt Cerro Aconcagua, 6.962 m Landesgrenze 9376 km
Größte Insel - Küste 4989 km
Größter See Rio Paraná, 1.800 km, größter Fluss

Die Republik im Süden Südamerikas ist der achtgrößte Staat der Welt und das zweitgrößte Land Südamerikas. Die 3.700 km lange Ausdehnung Nord-Süd sorgt dafür, dass sich das Land über mehrere Klimazonen erstreckt. Die Breitenausdehnung Ost-West misst 1.500 km. Im Osten wird das Land durch den Atlantischen Ozean begrenzt, der westliche Nachbar ist Chile, im Norden grenzen Bolivien und Paraguay an. Brasilien und Uruguay sind die nordöstlichen Nachbarländer. Die Anden stellen die westliche Grenze dar, die gleichzeitig die längste Gebirgskette der Welt sind. Im Norden Argentiniens überwiegt eine Trockensavanne Region (Gran Chaco), an welcher sich östlich die hügelige Landschaft der Provinz Misiones anschließt.

Das berühmte Naturschauspiel der Wasserfälle von Iguazú ist dort ebenfalls zu finden. Die beiden Flüsse Rio Paraná und Rio Uruguay umschließen Mesopotamia, ein feuchtes Sumpfgebiet. Die beiden genannten Flüsse finden im Mündungsbett Rio de la Plata zusammen, dort ist auch die Hauptstadt Buenos Aires zu finden. Die Pampas erstrecken sich von Buenos Aires aus gesehen westlich und südlich. Patagonien liegt im Süden des Landes.


Die Anden sind von einigen hohen Gipfeln gekennzeichnet. So gibt es dort mehrere Berge, die über 6.000 Meter hoch sind. Die Fluss- und Seenlandschaft Argentinien ist von den Flüssen Rio de la Plata, Rio Colorado, Rio Salado del Oese gekennzeichnet, sowie von zwei nennenswerten Seengebieten, von denen sich eines am Fuß der Südanden befindet. Im Nationalpark Los Glaciares liegen mehrere Flachseen.


Zu den argentinischen Inseln gehört ein Teil der Insel Feuerland und die Isla Trinidad. Daneben gibt es vor Buenos Aires noch einige kleinere Inseln. Im südlichen Atlantik befinden sich die Falkland Inseln, die in den vergangenen Jahrzehnten Anlass zu Streitigkeiten mit England gaben.

Wichtige Städte in Argentinien

Buenos Aires


Geografische Lage: 34°36‘ S, 58°23‘W
Fläche: 203 km²
Einwohner: 2.746.761 (Stand 2005)
Metropolregion Gran Buenos Aires: 11.548.541 (Stand 2005)
Bevölkerungsdichte: 13.531 Einwohner pro km²

Zusammen mit seinem Umland bildet Buenos Aires die größte Metropolregion Südamerikas. Ein Drittel der Bevölkerung lebt hier und es befinden sich auch alle wichtigen Institutionen des Staates in der Hauptstadt. Buenos Aires ist das kulturelle, wirtschaftliche und industrielle Zentrum des Landes. Von der UNESCO erhielt die Stadt die Auszeichnung „Stadt des Designs“. Aufgrund seiner geografischen Lage liegt Buenos Aires nur 25 m über dem Meeresspiegel.

Im Anschluss an die Region beginnen die Pampas und damit die landwirtschaftlich fruchtbarste Gegend des Landes. Klimatisch befindet sich die Hauptstadt in einer subtropischen Klimazone, was in den Sommermonaten (Dezember/Januar) zu heißen Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit führt. Als Jahresdurchschnittstemperatur werden 16,9°Celsius angegeben.
Die Millionenstadt hat mit einigen ökologischen Problemen zu kämpfen, wie beispielsweise einer hohen Luftverschmutzung. Das ist einer der Gründe, die bei der Bevölkerung zu einer Landflucht führen.

Wer es sich leisten kann, wohnt im Umland. Die wirtschaftliche Bedeutung der Hauptstadt für den gesamten Staat ist unbestritten. 25 Prozent des gesamten BIP wurde nach einer Erhebung im Jahr 2006 in der Metropolregion Buenos Aires erwirtschaftet. Neben Industrie und Handel nimmt der Dienstleistungssektor auch in der Hauptstadt den größten Anteil ein.

Bevölkerung in Argentinien

Einwohner 40.518.425 Durchschnittsalter 30
Einwohner pro km² 14 Analphabetenrate 3
Bevölkerungswachstum 1 % Religion Christlich
Lebenserwartung Frauen 80 Jahre Lebenserwartung Männer 72 Jahre

Mit mehr als 90 Prozent ist der Anteil der Bevölkerung sehr hoch, die von europäischen Einwanderern abstammen. Im Wesentlichen sind Italien, Spanien, Deutschland und Polen als Ursprungsländer für die ethnische Herkunft der argentinischen Bevölkerung zu nennen. Im Verlauf der Geschichte ergaben sich Vermischungen von europäischen Einwanderern mit einheimischen Indianern, deren Nachkommen Mestizen genannt werden. Die Höhe des Bevölkerungsanteils an Mestizen kann nicht exakt ermittelt werden. Von der indianischen Urbevölkerung ist nur noch eine kleine Minderheit vorhanden.


Bis 1955 galt die römisch-katholische Konfession als Staatsreligion, sie ist jedoch nach wie vor bei über 90 Prozent der Bevölkerung vertreten. Die restlichen 10 Prozent teilen sich auf in protestantische Glaubensrichtungen, Islam, Judentum und einigen Mischformen von Christentum und indianischen Naturreligionen.

Wirtschaft in Argentinien

BIP 179.553.000.000 USD
BIP pro Kopf 4.497 USD
Anteil Landwirtschaft 9 %
Anteil Industrie 36 %
Anteil Dienstleistungssektor 55 %

Silber gab dem Staat zwar seinen Namen, kommt aber nur in kleineren Mengen vor. Zu den bedeutenderen Bodenschätzen zählen dagegen Erdöl und Erdgas. Die Landwirtschaft ist prägend für die argentinische Wirtschaft, obwohl sie vom Bruttoinlandsprodukt nur ca. 9 Prozent einnimmt. Die zwischenzeitlich einsetzende Industrialisierung ist mit einem Drittel und mit steigender Tendenz versehen, während der Sektor Dienstleistungen den Hauptteil ausmacht. Die argentinische Wirtschaft ist eng an das politische System gebunden und entsprechend staatlich kontrolliert und gesteuert. Durch verschiedene Umstände musste das Land zur Jahrtausendwende den Staatsbankrott hinnehmen. Die am Boden liegende Wirtschaft erholt sich nur langsam.

Geschichte von Argentinien

Im 13. und 14. Jahrhundert waren die Inkas die Herren weiter Teile des heutigen Argentiniens. Als im Jahr 1502 mit der Ankunft Amerigo Vespuccis die Kolonialisierung durch die Spanier begann, läutete diese Entwicklung gleichzeitig das Ende der indigenen Bevölkerung ein. Mit der Gründung von Buenos Aires im Jahr 1580 festigten die spanischen Eroberer ihre Stellung im Land.

Sie mussten sich jedoch dem Befreiungskrieg stellen, in welchem sie nach der Mairevolution im Jahr 1810 unterlagen. Die Unabhängigkeit wurde am 09.07.1816 ausgerufen. Das Land kam jedoch nicht zur Ruhe, denn die folgenden diktatorischen Regierungen erreichten das Gegenteil. Dennoch kam es 1853 zur Gründung der heutigen Republik Argentinien, allerdings ohne die Provinz Buenos Aires, die sich erst 1862 nach einem weiteren Bürgerkrieg anschloss.

Die Gebiete, bzw. heutigen Bundesstaaten Misiones, Formosa und Chaco wurden durch militärische Aktionen der folgenden Jahre erobert und der Republik einverleibt. Ab 1890 begann die große Einwanderungswelle aus Europa, die mehr als 30 Jahre anhielt. Parallel dazu entstand ein Grenzkonflikt mit Chile, der durch das Eingreifen des englischen Königs Edward VII. beigelegt werden konnte. Allerdings musste Argentinien einen Teil der Insel Feuerland an Chile abtreten.

Die folgenden Jahrzehnte waren politisch von einem Kampf um mehr Demokratie gekennzeichnet, der jedoch 1930 mit einem Militärputsch sein vorläufiges Ende nahm. Die Ära Peron ging nicht zuletzt wegen der Persönlichkeit seiner Ehefrau Evita Peron in die Geschichte ein. Der Offizier, der 1946 in einer demokratischen Wahl zum Präsidenten gewählt wurde, galt zunächst als gefeierter Held der Arbeiterklasse. Er wurde durch einen Putsch im Jahr 1955 abgesetzt und musste ins Exil fliehen. 1973 kam er wieder ins Land und wurde erneut an die Staatsspitze gewählt. Er verstarb während seiner Amtszeit nur ein Jahr später, Nachfolgerin wurde seine dritte Ehefrau, Isabella Peron, die sich allerdings nicht auf Dauer bewähren konnte.

Die Unruhen im Land sorgten für innerpolitische Schwierigkeiten, die schließlich in einer Entführungswelle deutscher Industrieller mündeten und im Land eine große Instabilität hervorriefen. Außenpolitisch war Argentinien gegen England Anfang der Achtzigerjahre in den Falklandkrieg verwickelt, der durch die Kapitulation Argentiniens zu Ende ging. Von 1998 bis 2002 beeinflusste eine schwere Wirtschaftskrise das Land, die sogar zum Staatsbankrott führte. Der anschließend wieder zu verzeichnende wirtschaftliche Aufschwung kam mit der Wahl von Néstor Kirchner zum Präsidenten.