Reiseführer Bulgarien

Fotos Bulgarien

  • Steilküste in Bulgarien
  • Der Sonnenstrand am Balaton, Bulgarien
  • Die malerische Altstadt von Nessebar
  • Sofia
  • Sankt Petka Kirche, Bulgarien

Bulgarien liegt auf der östlichen Balkanhalbinsel und ist damit eine Republik in Südosteuropa. Die Nachbarländer sind im Norden Rumänien, im Westen Serbien und Mazedonien, im Süden Griechenland und Türkei, während die östliche Grenze gleichzeitig die Küste zum Schwarzen Meer ist. Die Landschaft ist geprägt von Tiefebenen und Bergketten, wobei die Beckenlandschaften einen Anteil von zwei Dritteln der gesamten Landfläche einnehmen. Das Balkangebirge ist für das Land nicht nur eine markante Bergkette, sondern auch ein Teil der Identität Bulgariens. Die Landschaft Bulgariens setzt sich zu zwei Dritteln der gesamten Landfläche aus Tiefebenen zusammen, die sich hauptsächlich entlang der Donau bilden. Das Balkangebirge ist der dominierende Gebirgszug, der zusammen mit einigen anderen Gebirgen einen deutlichen Gegensatz zu den Beckenlandschaften bildet. Der höchste Gipfel ist aber nicht im Balkangebirge zu finden, sondern steht im südwestlich gelegenen Piringebirge.

Das Balkangebirge stellt eine natürliche Klimascheide dar und teilt Bulgarien in die zwei Klimazonen Nord- und Südbulgarien. Das Wetter unterscheidet sich in den beiden Zonen besonders in den Sommermonaten. Während Nordbulgarien hohe Temperaturen und schwüle Luftfeuchtigkeit vorweist, ist es in Südbulgarien eher kontinental gemäßigt warm. Generell ist das Wetter europäisch geprägt. Im Sommer kann es gelegentlich zu Temperaturspitzen bis zu 35°Celsius kommen, während im Winter die niedrigsten Temperaturen selten an die -20°C Grenze heranreichen. Als beste Reisezeit haben sich die Monate Mai bis September erwiesen.

Die Bevölkerungszahl leidet unter einer spürbar rückläufigen Entwicklung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Flüchtlinge in das Land und ließen sich vorzugsweise in den Städten nieder. Auch das ist ein Grund für die deutlich auffällige Konzentration der Bevölkerungsdichte auf städtisch besiedelte Gegenden. Die ethnischen Wurzeln liegen verteilt auf die Regionen der Balkanhalbinsel, wobei Roma und Balkan-Türken jeweils Minderheiten darstellen, die dennoch das Bevölkerungsbild prägen. Diese Prägung hängt auch mit der Beibehaltung und Pflege der jeweiligen Sprachen zusammen. Der größte Teil der Einwohner zählt sich zu den Christen, wobei die bulgarisch-orthodoxe Kirche die meisten Anhänger hat.

Die Hauptstadt des Landes ist Sofia. Sie liegt in der nach ihr benannten Hochebene auf 550 m Höhe am Hang des Witoscha Gebirges. Sofia ist eine Stadt mit mehr als 1,4 Millionen Einwohnern und bildet in jeder Hinsicht das Zentrum Bulgariens.

Die bulgarische Wirtschaft hat sich noch nicht ganz von der Krise erholt, die durch den Zusammenbruch der Sowjetunion als wichtigsten Wirtschaftspartner entstanden ist. Durch die Ansiedlung internationaler Konzerne in Bulgarien erholt sich die am Boden liegende Wirtschaft wieder.

Die bulgarische Küche ist dem Oberbegriff Balkanküche zuzuordnen. Sie hat aber mit dem Bulgarischen Joghurt etwas Einzigartiges und typisch Bulgarisches zu bieten. Der dazugehörige Bakterienstamm für die Joghurtkultur hat sogar den Namen Lactobacillus Bulgaris erhalten.

Geographische Lage von Bulgarien

Koordinaten 43°N, 25° O Fläche 110910 km²
Landfläche 110550 km² Wasserfläche 360 km²
Höchster Punkt Musala, 2.925 m Landesgrenze 1808 km
Größte Insel - Küste 354 km
Größter See Längster Fluss: Iskar, 368 km

Bulgarien ist ein Land in Südosteuropa und liegt im Osten der Balkanhalbinsel. Die nördliche Grenze zu Rumänien wird durch den Flusslauf der Donau markiert. Die westliche Grenze besteht zu Serbien und Mazedonien. Südlich verläuft die Landesgrenze zu Griechenland und zur Türkei. Die östliche Grenze bildet die Küste zum Schwarzen Meer. Neben der Hauptstadt Sofia, sind weitere bedeutende Städte Stara Sagora, Russe, Burgas, Plowdiw und Warna. Die maximale Nord-Süd Ausdehnung beträgt ca. 300 km, während die West-Ost Ausdehnung ca. 500 km misst. Die Fläche des Landes entspricht ungefähr einem Drittel von der Größe Deutschlands.
Die Donau und der Fluss Mariza sorgen für die charakteristischen Tiefebenen, die sich durch das gesamte Land ziehen und seine Landschaft prägen. Sie nehmen zwei Drittel der gesamten Landfläche ein. Dazu gibt es zwei bedeutende Gebirgsketten: das Balkangebirge (bulgarischer Name: Stara Planina) und die Rhodopen. Die Donautiefebene verläuft ab der Landesgrenze zu Rumänien bis zum Balkangebirge. Die Oberthrakische Tiefebene, auch Mittelbulgarisches Becken oder Maritza-Ebene genannt, schließt sich südlich des Balkangebirges an. Im Westen und Süden schließen sich an die Ebene das Rhodopen Gebirge sowie die Gebirgszüge Sakar und Strandscha an und bilden damit eine natürliche Begrenzung. Zwei weitere Hochgebirge findet man im Südwesten Bulgariens, sie tragen die Namen Rilagebirge und Piringebirge. Hier steht auch der höchste Berg des Landes, der Musala, der mit seinen 2.925 m Höhe gleichzeitig der höchste Gipfel der gesamten Balkanhalbinsel ist.

Wichtige Städte in Bulgarien

Sofia


Geografische Lage: 42° 42’N, 23°19‘O
Fläche: 492.029 km²
Einwohner: 1.402.417 (Stand 2010)
Bevölkerungsdichte: 2.850 Einwohner pro km²
Sprache: Bulgarisch


In der Sofiaebene, nahe der Grenze zu Serbien, liegt mit 1,4 Millionen Einwohnern die Hauptstadt des Landes. Die Sofiaebene ist eine weitläufige Hochebene, die über fünf Bergpässe zu erreichen ist. Dank dieser Lage herrscht in Sofia überwiegend gemäßigtes kontinentales Klima vor. Die Geschichte der Stadt kann auf 5 Jahrtausende zurückblicken, wobei die Osmanische Zeit ab dem 14. Jahrhundert der Stadt die Prägung verlieh, die heute noch zu erkennen ist. Das heutige Zentrum für Wirtschaft, Bildung, Kultur und Verkehr ist aufgrund der vielfältigen Sehenswürdigkeiten auch für Touristen attraktiv.

Bevölkerung in Bulgarien

Einwohner 7.385.400 Durchschnittsalter 41
Einwohner pro km² 66 Analphabetenrate 1
Bevölkerungswachstum 1 % Religion Bulgarisch-orthoox: 84% Muslimisch: 12%
Lebenserwartung Frauen 76 Jahre Lebenserwartung Männer 69 Jahre

Fast zwei Drittel der Bevölkerung lebt in Städten, wobei eine besonders hohe Konzentration südlich des Balkangebirges festzustellen ist. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine Landflucht in die Städte statt, auch hervorgerufen durch zahlreiche Flüchtlinge, die sich in den Städten des Landes niedergelassen haben. Die Bevölkerungsentwicklung ist mit einer Wachstumsrate von minus 0,86 % als rückläufig zu bezeichnen.


Die ethnischen Wurzeln der Bulgaren gehen auf ehemalige Flüchtlinge aus Makedonien zurück, weshalb auch heute noch ein Teil der Bevölkerung als makedonische Bulgaren bezeichnet wird. Einwanderer aus den thrakischen Gebieten (Griechenland, Türkei) haben die Grundlage für die heutigen Thrakischen Bulgaren gelegt. Mehr als 80 % der Gesamtbevölkerung sind Bulgaren. Knappe 10 % werden als Türken (Balkan-Türken) bezeichnet. Eine nicht genau bezifferbare Minderheit bilden Roma, Armenier, Serben, Walachen und Griechen. Als Balkan-Türken werden wird eine türkische Minderheit in Südosteuropa bezeichnet, die sich schon im 14. Jahrhundert im europäischen Teil des Osmanischen Reiches niedergelassen haben.
Die überall verbreitete Amtssprache ist Bulgarisch, jedoch hat nahezu jede Minderheitengruppe ihre eigene Sprache erhalten. Deshalb wird auch Armenisch, Romani und Türkisch gesprochen. Letzteres unterscheidet sich von der türkischen Sprache dahingehend, dass sich für das bulgarische Türkisch bestimmte Dialekte so stark durchgesetzt haben, dass daraus nahezu eine eigene Sprache entstanden ist.


Das orthodoxe Christentum wird laut Verfassung als „traditionelle Religion Bulgariens“ bezeichnet, wird jedoch nicht zur Staatsreligion gemacht. In dieser Hinsicht wird der Bevölkerung nichts vorgeschrieben, vielmehr ist die Trennung von Religion und Staat verfassungsrechtlich garantiert. Bei einer Volkszählung im Jahr 2001 gaben 83,9 % an, einer christlichen Kirche anzugehören, die meisten davon der bulgarisch-orthodoxen Kirche. Einige Bulgaren sind römisch-katholisch oder armenisch-apostolisch. Im Land leben ca. 12 % Muslime. Die Minderheit der Sephardischen Juden geht deutlich spürbar immer weiter zurück.

Wirtschaft in Bulgarien

BIP 33.571.200.000 USD
BIP pro Kopf 4.545 USD
Anteil Landwirtschaft 9 %
Anteil Industrie 31 %
Anteil Dienstleistungssektor 60 %

Aus dem ehemaligen Agrarstaat wurde nach dem Anschluss an den RGW (Russischer Rat für Wirtschaftshilfe) ein erfolgreicher Industriestaat, der besonders im Bereich der Schwerindustrie, Pharmaindustrie und Computerindustrie mit beachtlichen Ergebnissen agierte. Mit dem Niedergang der Sowjetunion und deren Neugliederung zerfiel auch die wirtschaftliche Grundlage für den Erfolg der bulgarischen Industrie, denn diese war eng an die Sowjetunion geknüpft. Die Krise hatte auf Bulgarien eine niederschmetternde Wirkung, die Realeinkommen gingen um 70 Prozent zurück und das Sozialversicherungssystem brach auseinander. Das Land geriet in eine schwere Krise, in der einige Industriezweige nicht überleben konnten. Die bulgarische Wirtschaft befindet sich aktuell in der Erholungsphase, was nicht zuletzt der Ansiedlung europäischer und asiatischer Firmen zu verdanken ist. Alleine aus Deutschland haben sich ca. 5.000 Firmen einen Sitz in Bulgarien geschaffen. Daran ist auch zu erkennen, dass der wichtigste Handelspartner für das Land jetzt Deutschland ist. Ein weiterer Wirtschaftsfaktor im Aufbau ist der Tourismus. In dieser Beziehung setzt das Land auf zukünftige Erfolge.

Geschichte von Bulgarien

Archäologische Funde, zuletzt 2010 beim U-Bahn-Bau in Sofia, belegen Siedlungen bereits in der Steinzeit. Der Ursprung zur Bildung des Staates Bulgarien kann auf das 7. Jahrhundert datiert werden, nachdem zuerst das Großbulgarische Reich und im Jahr 679 das Erste Bulgarische Reich gegründet wurde. Die osmanische Herrschaft begann im 14. Jahrhundert und hielt 500 Jahre an. 1878 wurde nach dem russisch-türkischen Krieg der Frieden von San Stefano geschlossen, der dem Land die Befreiung von den Osmanen brachte und den Grundstein zur Bildung des heutigen Staates legte. Der Berliner Vertrag 1878 legte zunächst zwei bulgarische Staaten fest, die jedoch nur ein Jahr später zu einem einzigen Staat vereinigt wurden. Während des Zweiten Weltkriegs geriet Bulgarien unter die Herrschaft der Sowjetunion und wurde damit Mitglied des Warschauer Pakts. Die kommunistische Ära endete in den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts. Seit 2007 gehört Bulgarien als Vollmitglied zur Europäischen Union, während der Beitritt zur NATO bereits 2004 erfolgt war.