Reiseführer China

Fotos China

  • Akupunktur - eine Tradition Chinas
  • Chinesische Bauern bei der Arbeit
  • Blick auf Hong Kong am Abend
  • Buddhastatue bei Sonnenuntergang
  • Chinesische Kräutertradition
  • Tradition und Herausforderung - die chinesischen Schriftzeichen

China ist das bevölkerungsreichste Land der Welt und hat das flächengrößte Staatsgebiet in Ostasien. Durch seine Größe sind mehrere Klimazonen von kontinental bis subtropisch zu verzeichnen. Die Bevölkerungsdichte ist in den Ballungsräumen sehr hoch, während in ländlichen Gebieten, die industriell noch nicht oder wenig erschlossen sind, deutlich weniger Einwohner zu verzeichnen sind. Im Tibetischen Hochland leben sogar nur durchschnittlich zwei Einwohner pro Quadratkilometer.


Das Land mit der großen Geschichte und einflussreichen Kultur ist heute bestrebt, sich durch eine fortschreitende Industrialisierung auf dem Weltwirtschaftsmarkt zu behaupten. Steigende Zahlen belegen eine aufstrebende Wirtschaft. Dennoch ist ein großer Teil der Bevölkerung arm. Das Land kann die Ernährung seiner Menschen nicht sicherstellen. Um der Armut auf dem Land zu entkommen, verdingen sich Millionen von Menschen als Wanderarbeiter. Ihre Existenz ist strengen Regularien unterworfen, so benötigen sie beispielsweise eine Aufenthaltsgenehmigung für Städte.


Die Hauptstadt Peking ist gleichzeitig Wirtschafts- und Industriezentrum und Sitz der Regierung. Wie in anderen Millionenstädten Chinas ist auch in Peking das Zusammentreffen von überlieferten Traditionen und den Zeugnissen von fortschreitender Industrialisierung deutlich zu erkennen.

Geographische Lage von China

Koordinaten 35°N, 105°O Fläche 9596960 km²
Landfläche 9326410 km² Wasserfläche 270550 km²
Höchster Punkt Mount Everest, 8.848 m Landesgrenze 22143 km
Größte Insel - Küste 14500 km
Größter See Jangtsekian, 6.300 km (Fluss)

China erstreckt sich mit seinen mehr als 9 Millionen Quadratkilometern von Nord nach Süd über 4.500 km und von West nach Ost über 4.200 km. Es ist von einer Reihe natürlicher Grenzen umgeben. Dabei handelt es sich um das Gelbe Meer, das Ostchinesische Meer und das Südchinesische Meer. Die Grenzen im Süden, Westen und Nordwesten bilden hohe Gebirgszüge, weite Steppen und Wüsten und im Nordosten sind die Grenzen durch die Flüsse Amur und Ussuri markiert. Die Nachbarländer sind Vietnam, Laos, Myanmar, Bhutan, Nepal, Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Kasachstan. Im Norden grenzen Russland, die Mongolei und Nordkorea. Im Osten des Landes befinden sich weitläufige Schwemmebenen, die dicht besiedelt sind. Westlich daran schließen sich Gebirge und Hochebenen an. In Westchina befinden sich der Himalaya und der Pamir, sowie das Tibetische Hochland. Zusammen mit der Mongolei ist Westchina das Gebiet Chinas mit den wenigsten Niederschlägen.

Wichtige Städte in China

Peking

Geografische Lage: 39°56’N, 116°23‘O
Fläche: 16.807,8 km²
Einwohner: 17.550.000 (Stand 2010)
Bevölkerungsdichte: 924 Einwohner pro km²
Sprache: Chinesisch


Die Hauptstadt Chinas blickt auf eine dreitausendjährige Geschichte zurück. Heute ist sie Regierungssitz und als solche ausschließlich dieser unterstellt. Peking ist das politische Zentrum des Landes. Für Touristen ist die Stadt hauptsächlich wegen des kulturellen Erbes interessant. So befindet sich in Peking der Kaiserpalast und der Tiananmen Platz, der immer wieder Schauplatz historischer Ereignisse war und ist. Ebenso sehenswert ist die Peking Oper, eine besondere Form von Theater, die in China eine große Tradition hat. In Peking leben mehr als 17 Millionen Einwohner, von denen ein großer Teil mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis ausgestattet ist. Wirtschaftlich betrachtet ist Peking nach Shanghai das zweitgrößte Industriezentrum Chinas.

Bevölkerung in China

Einwohner 1.336.000.000 Durchschnittsalter 33
Einwohner pro km² 138 Analphabetenrate 9
Bevölkerungswachstum 1 % Religion Buddhismus, Daoismus, Islam, Christentum
Lebenserwartung Frauen 75 Jahre Lebenserwartung Männer 71 Jahre

1,3 Milliarden Chinesen machen das Land zum bevölkerungsreichsten der Welt. Die hohe Bevölkerungsdichte hat bereits in der Vergangenheit immer wieder Probleme verursacht, die letztlich dazu führten, dass China aus bevölkerungspolitischen Gründen die Ein-Kind-Ehe gesetzlich festlegte. Die Amtssprache ist Hochchinesisch. Je nach Region gilt auch Kantonesisch, Koreanisch, Mongolisch und Tibetisch als zugelassene Amtssprachen. Das Recht auf Religionsfreiheit ist gesetzlich verankert. Die Mehrzahl der Chinesen sind Buddhisten. Der Daoismus und der Islam sind ebenfalls verbreitet. Das Christentum ist als Minderheit zu finden. Ca. 200 Millionen Menschen leben als Wanderarbeiter in den Städten. Es handelt sich um Landbewohner, die mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis in die Städte kommen, um dort arbeiten zu können.

Wirtschaft in China

BIP 2.591.787.000.000 USD
BIP pro Kopf 1.934 USD
Anteil Landwirtschaft 12 %
Anteil Industrie 47 %
Anteil Dienstleistungssektor 41 %

China zählt zu den wichtigsten und größten Exportnationen der Welt. Das Land ist bestrebt, den Aufbau von Industrie weiter im gesamten Land auszubauen. Die dazu benötigte Infrastruktur wird zügig erweitert, was jedoch an der Größe des Landes und der bisherigen unerschlossenen großen Gebiete teilweise Schwierigkeiten bereitet. Die Wirtschaft konzentriert sich hauptsächlich auf Shanghai und Peking. Dort finden sich auch viele Firmensitze ausländischer Unternehmen. Der Übergang von bisheriger Planwirtschaft in die Freie Privatwirtschaft ist in vollem Gange. Der Außenhandel ist weiterhin ein wichtiges Standbein der chinesischen Wirtschaft.

Geschichte von China

Die chinesische Kultur ist eine der ältesten der Welt. Ihre Anfänge reichen weiter als 10.000 v.Chr. zurück. Im Laufe der Jahrtausende ergab sich eine Verschmelzung von verschiedenen Volksstämmen und deren Kulturen. Die Geschichte Chinas gliedert sich in verschiedene Dynastien, deren Verlauf bis zum Jahr 2.205 v.Chr. zurückverfolgt werden kann. 1911 endete die letzte Dynastie, die als Mandschu Dynastie bezeichnet wird.

Das Ende der Ära ist eng mit der Revolution von 1911 verbunden, dem bereits der so genannte Boxeraufstand vorausging. Damit protestierte die Bevölkerung gegen die Zunahme ausländischer Bestrebungen im Land, an denen auch Deutschland beteiligt war. Der Revolutionsführer Sun erreichte die Abdankung des letzten Kaisers von China, Pu Yi. Dieser war zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind und durfte sein gewohntes Leben weiterführen, allerdings hatte er keine Macht mehr und musste sich innerhalb des Kaiserpalastes aufhalten. 1912 wurde China zur Republik. Chiang Kaisheks Staatsstreich im Jahr 1927 war der Beginn einiger Jahrzehnte aufwühlender politischer Ereignisse, die allesamt von Militärherrschaft geprägt waren. In China herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände, die das Land so schwächten, dass die Japaner politischen Einfluss übernehmen konnten.

1931 begann deren Einmarsch in die Mandschurei, die Vormachtstellung endete 1945 mit der japanischen Kapitulation. Die inneren Machtkämpfe waren damit jedoch nicht beendet. Im Jahr 1949 wurde von Mao die Volksrepublik China ausgerufen. Danach befand sich China in ideologischer Nähe zum sowjetisch geprägten Kommunismus, was aber nicht überall im Land auf Gegenliebe gestoßen ist. In den Sechziger- und Siebzigerjahren begann eine Ära, die unter der Bezeichnung Kulturrevolution bekannt ist. Deren Inhalte hatten aber weniger mit Kultur im positiven Sinn zu tun, sondern waren darauf ausgerichtet, das Volk konform zu machen.

Die Öffnung Chinas zum Westen begann mit dem 11. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas im Jahr 1978. Als Ziel wurde das Jahr 2000 definiert, bis dahin sollte China eine Industrienation werden. Die Aufbruchsstimmung wurde als Pekinger Frühling bezeichnet. In den Achtzigerjahren wurden neben zahlreichen diplomatischen Verbindungen auch erste Verträge mit westlichen Ländern, Kernenergie betreffend, geschlossen. Trotz Öffnung nach Westen blieb China im Kommunismus verwurzelt. Die heutige Staatsform stellt sich als autoritäres, sozialistisches Einparteiensystem dar.