Reiseführer Dominikanische Republik

Die Dominikanische Republik nimmt den östlichen und mittleren Teil der Insel Hispaniola ein. Der Inselstaat gehört zu den Großen Antillen und liegt zwischen dem Atlantik und der Karibik. Hispaniola ist die zweitgrößte der Westindischen Inseln. Die Geologie stellt sich überwiegend gebirgig dar, bei den vorhandenen Gebirgsketten kann man aufgrund der häufigen Überschreitung der 3.000 m sogar von Hochgebirge sprechen. Die geografische Lage zwischen der Nordamerikanischen und der karibischen Platte führt zu einer erhöhten Erdbebengefahr. Aufgrund der klimatischen Bedingungen, die auch durch die extremen Höhenunterschiede auf der Insel herbeigeführt werden, wird das Entstehen von Naturkatastrophen begünstigt. Das Klima ist tropisch geprägt. In einigen Landesteilen herrscht im Sommer eine Luftfeuchtigkeit von über 90 %.


Die Bevölkerung kann ihren ethnischen Ursprung weitgehend auf europäische Einwanderer mit spanischer Herkunft zurückführen. Nicht zuletzt deshalb ist auch die Amtssprache Spanisch, wobei in der Dominikanischen Republik eine Abwandlung der spanischen Sprache gesprochen wird: Dominikanisch-Spanisch. Als Religion hat sich der Katholizismus in weiten Teilen der Bevölkerung verankert. Er ist mit einer Symbolik vermischt, die es nur in der Dominikanischen Republik gibt und die von teilweise haitianischen Einflüssen und Ritualen geprägt sind.
In wirtschaftlicher Hinsicht hat das Land mit einer steigenden Auslandsverschuldung zu kämpfen.

Der Tourismus und die Vermarktung von Bodenschätzen bringen zwar neben Stahl- und Eisenindustrie Devisen in das Land, aber sie können den Finanzbedarf noch nicht decken. So steigt die Inflationsrate, obwohl eine positive Tendenz beim Wirtschaftswachstum festzustellen ist.


An der Südküste der Insel Hispaniola und im Mündungsgebiet des Flusses Rio Ozama liegt die Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santa Domingo mit mehr als 3,8 Millionen Einwohnern (zusammen mit der Metropolregion). Gleichrangig mit Havanna, der Hauptstadt von Kuba ist Santa Domingo die größte Stadt der Westindischen Inseln. Die Stadt kann den bedeutendsten Seehafen der Insel vorweisen. Außerdem befindet sich in der Hauptstadt die älteste Kathedrale Amerikas und gleichwohl die älteste Universität Amerikas. Der Bruder des Entdeckers Christopher Kolumbus, Bartolomeo Kolumbus gründete die Hauptstadt und wurde gleichzeitig zum ersten Gouverneur ernannt. Spanier und Franzosen stritten sich vier Jahrhunderte um die Vormachtstellung, was zur Aufteilung der Insel in den West- und Ostteil führte. Das westlich gelegene Haiti entwickelte sich unter französischer Hoheit zur reichsten Kronkolonie, während der spanisch regierte Ostteil noch einige Jahrzehnte brauchte, um wirtschaftlich aufzuholen. Heute sieht es umgekehrt aus, Haiti ist im Vergleich zur Dominikanischen Republik der ärmere Teil der Insel.

Geographische Lage von Dominikanische Republik

Koordinaten 19°N, 70°W Fläche 48730 km²
Landfläche 48380 km² Wasserfläche 350 km²
Höchster Punkt Pico Duarte, 3.175 m Landesgrenze 360 km
Größte Insel - Küste 1288 km
Größter See Längster Fluss: Rio Yaque del Norte, 200 km

Die Dominikanische Republik nimmt einen Teil der Insel Hispaniola ein, während der andere Anteil zu Haiti gehört. Die zweitgrößte karibische Insel gehört zu den Großen Antillen. Sie befindet sich zwischen Atlantik und der Karibik. Westlich davon liegen Kuba und Jamaika, östlich ist Puerto Rico zu finden. 250 km nördlich liegt die Inselgruppe Turk und Caicos, nordwestlich die Inselgruppe Inagua. Alle Inseln zusammen bilden die Großen Antillen. Die Landschaft der Dominikanischen Republik ist gebirgig, lediglich im Osten der Insel sind flache Ebenen zu finden, während sich im Norden ein breit angelegtes Tal erkennen lässt. Die vier wesentlichen Gebirge der Republik erreichen mit ihren höchsten Gipfeln eine Höhe von über 3.000 m.
Die längste Nord-Süd Ausdehnung der Dominikanischen Republik beträgt 270 km, während die maximale Ost-West Ausdehnung 380 km misst. 31,5 % der Landfläche sind Naturschutzgebiet.

Wichtige Städte in Dominikanische Republik

Santo Domingo


Geografische Lage: 18°29’N, 69°54‘W
Fläche: 104,44 km²
Einwohner: 2.987.013
Bevölkerungsdichte: 28.600 Einwohner pro km²
Sprache: Spanisch

Die Hauptstadt der Dominikanischen Republik ist Santo Domingo mit fast drei Millionen Einwohnern. Zusammen mit der Agglomeration (Metropolregion) beträgt die Einwohnerzahl mehr als 3,8 Millionen. Damit ist Santo Domingo die größte Stadt der Republik und ist neben Havanna auch die größte Stadt der Westindischen Inseln. Die Hauptstadt ist auch Sitz des Erzbischofs der Katholischen Kirche.


Geografisch liegt die Hauptstadt an der Südküste im Mündungsgebiet des Rio Ozama, in dem auch der wichtigste Hafen vorzufinden ist.
Das Klima zeigt eine Tagestemperatur im Durchschnitt von 30,25°Celsius und eine durchschnittliche Nachttemperatur von 21,8°Celsius, bei einer Luftfeuchtigkeit im Sommer von 90 %. Die Durchschnittstemperatur des Wassers beträgt 26,75°Celsius.


Die historische Altstadt der im Jahr 1498 gegründeten Stadt ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben worden. Begründer der Stadt war der Bruder von Christopher Kolumbus, Bartolomeo. Sie war die erste Stadt in der Neuen Welt, die von Europäern gegründet wurde. Aufgrund eines Sturms mit anschließender unbesiegbarer Ameisenplage wurde die Stadt 1502 noch einmal gegründet, allerdings örtlich leicht verschoben, nun am Westufer des Flusses. Der Bebauungsplan galt als modern und sollte als Vorlage für weitere Stadtgründungen in Lateinamerika dienen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für Touristen sind neben dem Altstadtkern die Basilica Menor de la Virgen de la Anunciacion. Sie ist mit ihrer Gründung im Jahr 1521 die älteste Kathedrale Amerikas. Bis zum Jahr 1992 waren hier die Gebeine von Kolumbus aufbewahrt. Die Kathedrale gilt als unvollendet, da die Glockentürme nie fertiggestellt wurden.
In Santo Domingo befindet sich außerdem die 1538 gegründete und damit älteste Universität Amerikas.
ete und damit älteste Universität Amerikas.

Bevölkerung in Dominikanische Republik

Einwohner 9.184.000 Durchschnittsalter 24
Einwohner pro km² 188 Analphabetenrate 15
Bevölkerungswachstum 2 % Religion Katholisch: 75% Evangelisch: 4% Atheistisch: 15%
Lebenserwartung Frauen 73 Jahre Lebenserwartung Männer 70 Jahre

Die ethnische Abstammung der über neun Millionen Einwohner der Dominikanischen Republik rührt vom Einfluss europäischer Einwanderer mit spanischem Hintergrund her. Dazu kommen die Nachkommen einstiger afrikanischer Sklaven, deren Anteil etwas mehr als 10 % ausmacht. Etwa 1 Million Menschen sind aus Haiti in die Dominikanische Republik eingewandert, etwa die Hälfte davon lebt illegal dort. Weniger als 1000 Personen bilden eine jüdische Minderheit, daneben gibt es auch eine japanische und eine ungarische Minderheit. In den größeren Städten leben US-Amerikaner, Kanadier und Europäer.

Dort haben sich auch Menschen aus Chile und Kuba niedergelassen, welche die Dominikanische Republik als ihr Exil betrachten.
67 % der Bevölkerung leben in den Städten. Dazu zählen neben der Hauptstadt Santa Domingo die Halbmillionenstadt Santiago de los Caballeros und noch weitere acht Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 100.000 und 200.000.


Aufgrund der spanisch-stämmigen Bevölkerung hat sich als Amtssprache Spanisch durchgesetzt. Allerdings ist eine Mischung aus Slang und speziellen landesbezogenen Ausdrücken entstanden, so dass letztlich Dominikanisch Spanisch sich vom ursprünglichen Castellano Spanisch deutlich unterscheidet. Menschen mit haitianischer Abstammung sprechen Kreolisch, vereinzelt auch Französisch. Einige Nachfahren von US-amerikanischen Sklaven, die sich nach ihrer Befreiung auf der Insel Hispaniola niederließen, sprechen Englisch.
Nach einem Konkordat mit dem Vatikan wurde die römisch-katholische Glaubensrichtung des Christentums zur Staatsreligion. 75 % der Bevölkerung sind katholisch, 4 % evangelisch, 1,5 % Adventisten, 2 % sonstige christliche Richtungen (beispielsweise Neuapostolische Kirche).Ohne Bekenntnis sind etwa 16 % der Bevölkerung.
Die Armutsrate beträgt 10 – 15 %, ein Drittel davon ist von extremer Armut betroffen.


Im Land gilt Schulpflicht. Aufgrund der oft weit verstreuten Siedlungen und der damit großen Entfernungen zur nächsten Schule, kommt nicht jede Familie mit ihren Kindern der Schulpflicht nach. Eine Privatschule scheidet für viele Kinder aus finanziellen Gründen aus und so lässt sich die hohe Analphabetenrate von 15 % erklären.

Wirtschaft in Dominikanische Republik

BIP 22.141.300.000 USD
BIP pro Kopf 2.410 USD
Anteil Landwirtschaft 11 %
Anteil Industrie 32 %
Anteil Dienstleistungssektor 57 %

Die Dominikanische Republik hat ein Wirtschaftswachstum von 8 % mit steigender Tendenz. Demgegenüber steht eine Inflationsrate von ca. 10 %. Die Auslandsverschuldung betrug noch im Jahr 2007 7,3 Milliarden US-Dollar, im Jahr 2009 waren es bereits 18,6 Milliarden US-Dollar. Einen Teil des Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet mit 10,5 % die Landwirtschaft. Zucker, Bananen und Kaffee sind die hauptsächlichen landwirtschaftlichen Produkte. Dazu kommen Kakao, Tabak, Kokos, Reis und Gemüse. Den industriellen Anteil an der Gesamtwirtschaft in Höhe von 32,4 % erwirtschaftet der Abbau und die Vermarktung von Rohstoffen, wie Gold, Silber, Zink, Larimar und Ferronickel. Die Eisen-, Stahl und Zementindustrie trägt dazu ebenfalls einen wesentlichen Teil bei. Rund 2 Milliarden Euro an Devisen bringt jährlich der Tourismus ins Land. Hier ist ebenfalls eine steigende Tendenz zu verzeichnen.

Geschichte von Dominikanische Republik

Der Bruder des berühmten Entdeckers und Seefahrers Christopher Kolumbus, nämlich Bartolomeo Kolumbus wurde zum ersten Gouverneur der späteren Dominikanischen Republik ernannt. Christopher hatte am 5. Dezember 1492 die Insel entdeckt, die von ihm zunächst den Namen La Espanola erhielt.

Damals lebten 600.000 friedliche Indianer auf der späteren Insel Hispanola, die von ihrem Entdecker als paradiesisch, mit hohen Bergen und weiten Tälern bezeichnet wurde. An den paradiesischen Zuständen waren sicherlich auch die Goldfunde mit beteiligt, die zu den ersten Ansiedlungen durch Europäer und der vollständigen Ausrottung der Indianer führte. In den folgenden Jahren wurden Afrikaner auf die Insel gebracht, die dort als Sklaven arbeiten mussten.

Die spanische Vorherrschaft auf der Insel dauerte ca. 200 Jahre an, bis sich auch die Franzosen einstellten. Unter französischem Einfluss spaltete sich 1804 Haiti ab und entwickelte sich dank der Sklaven und der Zuckerrohrproduktion zur reichsten Kolonie weltweit. Es folgten viele Jahre, die von Auseinandersetzung und Machtkämpfen zwischen dem spanisch dominierten Ostteil (der heutigen Dominikanischen Republik) und dem westlichen (heutigen) französisch beherrschten Haiti. Die hoheitlichen Verhältnisse änderten sich immer wieder, bis sich zuletzt eine Widerstandsgruppe La Trinitaria um Juan Pablo Duarte formierte und im Jahr 1844 der entscheidende Schlag gelang, der zur Gründung der Républica Dominicana führte. Es mussten aber noch weitere Jahrzehnte vergehen, die mit Bürgerkriegen und Aufständen verbunden waren, bis es 1865 zur endgültigen Unabhängigkeit kam.

1900 begannen die USA sich für die Insel zu interessieren, die sie im Jahr 1916 besetzten und dafür sorgten, dass 1924 das erste parlamentarische Parlament gewählt wurde. Rafael Leonidas Trujillo wurde als Machthaber eingesetzt und regierte als Diktator bis zu seinem gewaltsamen Tod im Jahr 1961. Es folgten erneut Jahrzehnte, die von Militärputsch und Regierungsumstürzen gezeichnet waren. Die Dominikanische Republik ist heute eine Präsidialrepublik.