Reiseführer Finnland

Fotos Finnland

  • Der Helsinkier Hafen
  • Hundeschlitten im hohen Norden
  • Beispiel finnischer Baukunst
  • Natururlaub an der finnischen Seenplatte
  • Blick über einen finnischen See
  • Finnische Nationalgerichte

Zwischen Schweden, Norwegen und Russland, befindet sich Finnland. Das Land der Tausend Seen erstreckt sich über eine Fläche von 338.424 Quadratkilometern und wird im Westen und Süden von Nebenmeere der Ostsee, im Westen vom Bottnischen Meerbusen, im Süden vom Finnischen Meerbusen eingerahmt. Finnland zählt zu den nördlichsten Ländern der Erde, ein Drittel des Landes liegt nördlich des Polarkreises. Die Hauptstadt ist Helsinki. Die mit 580.000 Einwohner größte Stadt der Republik liegt im Süden in der Landschaft Uusimaa. Insgesamt hat Finnland 5.326.314 Einwohner, das entspricht eine Bevölkerungsdichte von 15,7 Bürger pro Quadratkilometer. Damit gehört Finnland zu den am dünnsten besiedelten Länder Europas. Die Landessprache der Republik ist Finnisch und Schwedisch.

Finnlands Landschaft ist ein Meisterwerk aus Flüssen, zahlreichen Buchten, Landzungen und Inseln. Tatsächlich besitzt das Land insgesamt 187.888 Seen. Die Natur Finnlands lässt sich in fünf Gebiete einteilen. Die südfinnische Küstenebene erstreckt sich von der Landschaft Satakunta über Uusimaa bis zur russischen Grenze. In diesem Großraum befinden sich vergleichsweise wenig Seen.

Die von zahlreichen Flüssen geprägte Küstenebene Österbottens schließt sich an der Westküste an. Die Schärenküste erstreckt sich über eine Gesamtlänge von etwa 40.000 Kilometern mit über 73.000 Inseln. Die Finnische Seenplatte befindet sich im Landesinneren. Mit etwa 43.300 Seen ist dies die größte Seenplatte Europas. Der Saimaa-See im Südosten ist mit rund 4.4000 Quadratkilometern der größte See.

Die Landschaft ist darüber hinaus von Moor und Wald geprägt. Im Osten des Landes befindet sich das Finnische Hügelland. Es erstreckt sich von Nordkarelien über Kainuu bis in die südlichen Teile Lapplands. Weitläufige Wald- und Moorlandschaften prägen die Landschaft Lapplands. Hier liegt der drittgrößte See Finnlands, der Inarijärvi. Unmittelbar an der Grenze zu Norwegen befindet sich der Haltitunturi, die größte Erhebung Finnlands mit 1324 Metern.

Das waldreichste Land Europas ist das zu Hause von zahlreichen Pflanzen und Tieren. Häufig sind in weiten Teilen Finnlands Elche anzutreffen, dies führt oftmals zu großen Problemen im Straßenverkehr. Daneben lebt eine Population von etwa 1.000 Braunbären im Land, die scheuen Tiere meiden aber Begegnungen mit dem Menschen. Im Norden Finnland, vor allem in Lappland, gibt es viele frei laufende Rentierherden, die sich häufig im Besitz der Samen befinden. Selten sind Luchse zu beobachten. Weltweit einmalig ist das Vorkommen der Saimaa-Ringelrobbe im Saimaa-Seengebiet. Zur Vogelwelt des Landes zählen über 430 Arten, darunter der Nationalvogel Singschwan, Steinadler, Seeadler, Haselhuhn und Auerhuhn. Die Seen und Flüsse Finnland beherbergen vor allem Lachse, Regenbogenforellen, arktische Saiblinge, Felche, Barsche und Zander.

Ein besonderes Naturschauspiel in Finnland und ganze Skandinavien ist die Mitternachtssonne. Zu dieser Zeit geht die Sonne mehrere Wochen lang nicht unter. Nachdem sie in ihren Tagesablauf den tiefsten Stand über den Horizont erreicht hat, steigt die Sonne wieder empor. Die finnische Bevölkerung feiert diese Zeit am Samstag zwischen dem 20. und dem 26. Juni mit dem Mitsommerfest. Die Häuser werden dafür mit Birkenzweigen geschmückt und ein Mitsommerfeuer entzündet. Die meisten Bürger feiern diese Zeit auf dem Land. Ein anderes faszinierendes Naturschauspiel sind die Polarlichter. Die Aurora borealis ist eine Leuchterscheinung die beim Auftreffen geladener Teilchen des Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre in den Polargebieten entstehen. Die bunten Lichteffekte sind vor allem in Lappland zu bestaunen.

Finnland trat mit dem Kreuzzug des schwedischen König im Jahr 1155 in die historische Zeit ein und markiert die Eingliederung in das Schwedische Reich. Finnland blieb 600 Jahre ein Teil Schwedens bis es 1809 als Großherzogtum in das Russische reich eingegliedert wurde. In dieser Zeit entwickelte sich Finnland als Nation heraus. Im Jahr 1917 erklärte Finnland seine Unabhängigkeit und nutzte die Unruhen der russischen Revolution. 1919 gab sich Finnland eine republikanische Verfassung und seinen Status als Republik. Seit dem Jahr 1955 ist das Land Mitglied der Vereinten Nationen und seit 1995 ein Teil der Europäischen Union.

Geographische Lage von Finnland

Koordinaten - Fläche 2010 km²
Landfläche 2010 km² Wasserfläche 2010 km²
Höchster Punkt - Landesgrenze 2010 km
Größte Insel - Küste 2010 km
Größter See -

Finnland erstreckt sich mit einer Fläche von 338.114,53 Quadratkilometern zwischen dem 60. und 70. Breitengrad. Die Nord-Süd-Distanz des Festlandes, von Nuorgam bis Hanko, beträgt 1160 Kilometer. Die längste Ost-West- Ausdehnung, von Ilomantsi nach Närpes umfasst 540 Kilometer.

Die längste Staatsgrenze besitzt Finnland zur Russische Föderation im Osten mit 1,269 Kilometern. Zu Norwegen beträgt die Grenze 716 Kilometern und zu Schweden im Nordwesten 536 Kilometer.


Finnland gliedert sich in die sechs Provinzen Åland, Lappland, Oulu, Ostfinnland, Südfinnland und Westfinnland. Åland ist eine autonome Provinz bestehend aus einer Inselgruppe in der Ostsee, zwischen Schweden und dem finnischen Festland.

Wichtige Städte in Finnland

Helsinki

Helsinki ist die Hauptstadt Finnlands und liegt in der Landschaft Uusimaa und direkt am Finnischen Meerbusen. Die bevölkerungsreichste Stadt, mit 580.000 Einwohnern, ist gleichzeitig das politische, wirtschaftliche, geistige, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum Finnlands. Helsinki ist offiziell zweisprachig, etwa 6,2 Prozent der Einwohner sind schwedischsprachig.

Zusammen mit den politisch eigenständigen Nachbarstädten Espoo, Vantaa und Kauniainen bildet Helsinki die sogenannte Hauptstadtregion. Das Stadtbild ist von beeindruckende Landschaften, wie etwa den Schären und Granitfelsen geprägt. Neben der Festungsinsel Suomenlinna, befinden sich Wohngebiete ebenfalls auf den Inseln Lauttasaari, Seurasaari und Korkeasaari. Das Klima der Stadt zeichnet sich durch Einflüsse des Kontinentalen- und Seeklimas aus. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 4,8 °C, im Sommer können allerdings Spitzenwerte von bis zu 30 °C erreicht werden.

Bevölkerung in Finnland

Einwohner 2.010 Durchschnittsalter 2010
Einwohner pro km² 2010 Analphabetenrate 2010
Bevölkerungswachstum 2010 % Religion -
Lebenserwartung Frauen 2010 Jahre Lebenserwartung Männer 2010 Jahre

Finnland zählt mit rund 5,3 Millionen Menschen und einer Bevölkerungsdichte von 15,7 Einwohnern pro Quadratkilometern zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. Die Einwohner Finnlands verteilen sich sehr ungleichmäßig. Während im Großraum der Hauptstadt Helsinki rund 1,233 Millionen Menschen leben ist Lappland mit 1,9 Einwohnern pro Quadratmetern fast leer. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung hat sich in der Provinz Südfinnland angesiedelt.


Besonders die ländlichen Gemeinden in Ost- und Mittelfinnland leiden unter einer nicht gleichmäßig hohen Landflucht. Vor allem junge Finnen ziehen für Ausbildung und Studium in größere Städte. Die Altersstruktur der Einwohner zeigt eine Spitze in den Geburtenstarken Jahrgängen 1946-1949. Zwar liegt die Geburtenrate mit rechnerische 1,74 Kindern pro Frau über den europäischen Durchschnitt, reicht aber nicht aus um die Alterung auszugleichen. In Finnland leben etwa 2 Prozent ausländische Bürger. Diese geringe Zahl ist mit den restriktiven Einwanderungsbestimmungen des Landes zu erklären.


Finnland hat zwei Amtssprachen, Finnisch und Schwedisch. Etwa 91, 5 Prozent der Bürger geben Finnisch als Muttersprache an, 5,5 Prozent Schwedisch. Vor allem in den Küstenregionen im Süden und Österbotten, sowie in der Provinz Åland lebt die schwedischsprachige Bevölkerung.

In den nördlichen Regionen Lapplands befindet sich das Siedlungsgebiet der Samen, die einen besonderen Schutz als ethnische Minderheit genießen. Die samischen Sprachen, zu denen die eigenständigen Sprachen Nord-Sami, Inari-Sami und Skolt-Sami gehören,sprechen heute noch von etwa 1750 finnischen Samen als Muttersprache und besitzen einen offiziellen Status in den Gemeinden Enontekiö, Inari und Utsjoki sowie im Nordteil der Gemeinde Sodankylä. Auch die Sprache Romani, der in Finnland ansässigen Roma, hat einen Status als offizielle Minderheitensprache. Die größte sprachliche Minderheit, mit etwa 40.000 Menschen, ist die russische Sprache.

Wirtschaft in Finnland

BIP -
BIP pro Kopf 2.010 USD
Anteil Landwirtschaft 2010 %
Anteil Industrie 2010 %
Anteil Dienstleistungssektor 2010 %

Finnland gehört zu den wohlhabendsten Ländern in der Europäischen Union. Die wichtigsten Handelspartner sind Deutschland, Schweden und Russland. Holz ist der wichtigste Rohstoff des Landes. Traditionell war die Holz- und Papierindustrie der bedeutendste Wirtschaftsweig. In den letzten Jahren wurde ihr jedoch von der Metall- und Elektronikbranche der Rang abgelaufen. Beide machen heute jeweils 20 Prozent der Produktion aus.

Den größten Anteil erwirtschaften das Mobilfunkunternehmen Nokia und seine Zulieferer. Etwa 300.000 Menschen arbeiten in der Landwirtschaft und Folgeindustrie. Auf Grund der schwierigen klimatischen Verhältnisse können nur 2,2 Millionen Hektar, also nur etwa 6,5 Prozent der finnischen Fläche, genutzt werden. In den Küstenregionen Süd- und Westfinnlands wird vor allem Getreide angebaut und Schweinemast  betrieben. In Mittel- und Ostfinnland dominiert die Rinderhaltung.


Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts hat der Tourismus in Finnland entscheidend an Bedeutung gewonnen. Besonders viele Übernachtungen entfallen auf das Gebiet in und um Helsinki. Nach Lappland reisen besonders in den Wintermonaten zahlreiche Touristen. In den anderen Regionen ist allerdings der Sommer die Hauptreisezeit. Gäste aus dem In- und Ausland verbringen ihre Ferien in einem Sommerhaus an den zahlreichen Seen.

Geschichte von Finnland

Finnland gehörte von 1155 bis zum Jahr 1809 zu Schweden. Mit den Kreuzzügen im 12. Jahrhundert wurde das Land in das schwedische Gebiet eingegliedert. Die 600 Jahre andauernde Union wurde 1809 beendet, als Finnland zum autonomen Großfürstentum des Russischen Reiches wurde. Die neuen Herrscher verlegten die Hauptstadt von Turku  nach Helsinki. Während die Macht Russlands durch die Revolution geschwächt war, erklärte Finnland am 6. Dezember 1917 seine Unabhängigkeit.

1919 gab sich das Land eine republikanische Verfassung und einen Status als Republik. Im November 1939 begann mit den Angriff Russlands der sogenannte Winterkrieg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verlor Finnlands durch den Friedensvertrag von Paris unter anderen Karelien, Petschenga und den eisfreien Hafens Petsamo. 1948 schloss das Land einen Freundschafts-, Zusammenarbeits- und Beistandspakt mit der Sowjetunion.

Im Jahr 1955 wurde Finnland zu einem Mitglied der Vereinten Nationen. 1967 trat das Land zur OECD bei. Der  Freundschafts-, Zusammenarbeits- und Beistandspakt mit der Sowjetunion wurde im Januar 1992  durch finnisch-russischen Notenaustausch für erloschen erklärt. 1995 traff Finnland der Europäischen Union bei.