Reiseführer Griechenland

Fotos Griechenland

  • Akropolis
  • Griechische Idylle in Mykonos
  • Typisch Griechisch - Oliven
  • Moni Agiou Nikolaou - einsames Bergkloster auf Athos
  • Blick über den Hafen von Myokonos Stadt
  • Traditionelle Windmühlen in Mykonos

Griechenland ist ein Staat in Südosteuropa am südlichen Balkanende. Es besteht in etwa zu 75 % aus Landfläche und zu ca. 25 % aus Inselfläche, welche sich auf mehr als 3.000 Inseln aufteilt. Sie sind in der Ägäis, im Ionischen Meer und im Lybische Meer verstreut zu finden. Der südlichste Punkt Europas ist eine griechische Insel im Lybischen Meer. Die unmittelbaren Nachbarn von Griechenland sind die Länder Türkei, Bulgarien, Mazedonien und Albanien.


Die Landschaft Griechenlands ist zu zwei Dritteln von Gebirge gekennzeichnet. An den Küsten fällt das Land flach ab. Daraus bildet sich ein mediterranes Klima, das im Landesinneren besonders in den Sommermonaten zu großer, trockener Hitze führen kann.


Wirtschaftlich musste das Land in den letzten Jahren (Stand 2011) mit großen Schwierigkeiten kämpfen, die durch das Eingreifen der EU abgefangen werden konnten. Einen Hauptsektor nimmt der Dienstleistungsbereich ein, der sich auf Tourismus und Schifffahrt konzentriert. Die Bevölkerung setzt sich in der Hauptsache aus griechisch-stämmigen Personen zusammen. Es kommen aber immer mehr Einwanderer ins Land, die sich zum Teil illegal aufhalten.

Griechenland ist das einzige Land der Welt, das als Staatsreligion das orthodoxe Christentum verankert hat.

Die Hauptstadt des Landes ist Athen. Wie das Land selbst blickt Athen auf eine bedeutende Geschichte zurück, die in Grundzügen einen wesentlichen Einfluss auf ganz Europa genommen hat. So ist beispielsweise die Attische Demokratie die Urmutter aller späteren Formen von demokratischen Konstruktionen. Die nachfolgende Jahrhunderte lange Herrschaft der Römer und danach der Osmanen konnte die starke Wirkung der altgriechischen Kultur nicht abschwächen.

Geographische Lage von Griechenland

Koordinaten 38°N, 24°O Fläche 131957 km²
Landfläche 130800 km² Wasserfläche 1140 km²
Höchster Punkt Mytikas (Olymp) 2.917 m Landesgrenze 1228 km
Größte Insel Kreta Küste 13676 km
Größter See Längster Fluss: Vardar (Axios), 382 km

Griechenland besteht aus ca. 107.000 km² Festland und ca. 25.000 km² Inselfläche. Das Land liegt im südöstlichen Europa am Mittelmeer. Der Anteil Festland zählt zum südlichen Balkanende, wozu auch die Halbinsel Peloponnes gerechnet wird.

Die Inseln liegen vorwiegend in der Ägäis, im Ionischen und im Libyschen Meer. Die Insel Gavdos liegt im Lybischen Meer und wird als südlichster Punkt Griechenlands und Europas benannt. Insgesamt gehören 3.054 Inseln zu Griechenland, davon sind 87 besiedelt. Von den 13.676 km Küstenlänge entfallen ca. 4.000 km auf das Festland.


Trotz Inselreichtum und mediterranem Charakter verfügt das Land zu einem Anteil von 77.9 % über gebirgige Regionen. Das Pindos Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion Gebirgszug und das Rhodope Gebirge stehen auf dem Festland, während sich das Taygetos Gebire auf der Peloponnes befindet und das Ida Gebirge sowie das Psiloritis Gebirge auf Kreta zu finden ist. Der höchste Berg ist der Mytikas, der mit 2.917 m im Olymp Gebirge zu finden ist.


Die Grenzen des Staates verlaufen im Norden zu Albanien, Mazedonien und Bulgarien. Im Osten grenzt Griechenland an die Türkei.

Wichtige Städte in Griechenland

Athen


Geografische Lage: 37° 59’N, 23°44‘O
Fläche: 38.964 km²
Einwohner: 789.166
Bevölkerungsdichte: 20.253,7 Einwohner pro km²
Sprache: Griechisch


Athen ist nicht nur die Hauptstadt Griechenlands, sondern auch die flächenmäßig und nach der Einwohnerzahl größte Stadt des Landes. Die Gegend um Athen war schon vor 5.000 Jahren besiedelt, wodurch sie außerdem zu den ältesten Städten Europas zählt. Sie kann auf eine Reihe von Auszeichnungen stolz sein, so zum Beispiel auf die Ernennung zur ersten Kulturhauptstadt Europas, sowie die Akropolis und das Kloster Daphni zum Weltkulturerbe der UNESCO.


In Athen entstand bereits 500 Jahre v.Chr. die nach ihr benannte Attische Demokratie, auf die sämtliche folgenden Demokratieformen Europas und der Welt basieren.
Im Jahr 1896 fanden in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. 2004 konnten die internationalen Spiele erneut in das Land geholt werden.

Das heutige Athen, das auf der Halbinsel Attika liegt, hat mit großen Umweltproblemen zu kämpfen. Die steigende Industrialisierung der Halbinsel ist einer der Gründe dafür, dass sich immer wieder Smog bildet. Die Stadt selbst zeigt sich in einer Mischung aus historischem Stolz und modernem Leben. Für Touristen sind sicherlich die archäologischen Ausgrabungsstätten und die Hinweise auf die längst vergangene griechische Kultur von Interesse.


Wirtschaftlich hat die Hauptstadt derzeit eine führende Rolle im Land, was mit der steigenden Bedeutung der Pharmazeutischen Industrie im Zusammenhang steht.

Bevölkerung in Griechenland

Einwohner 10.688.100 Durchschnittsalter 41
Einwohner pro km² 81 Analphabetenrate 2
Bevölkerungswachstum - Religion Christlisch-orthodox: 93%
Lebenserwartung Frauen 82 Jahre Lebenserwartung Männer 77 Jahre

In Griechenland leben mehr als 10,5 Millionen Einwohner. Ihre ethnischen Wurzeln liegen bei 95 % in Griechenland, 0.9 % in der Türkei, 0.6 % in Albanien.


Seit den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts ist Griechenland zum Einwanderungsland geworden. Die meisten Zuwanderer kommen aus den ehemaligen GUS-Staaten, aus Südosteuropa, aus Nordafrika und aus Asien. Menschen aus Albanien bilden dabei mit ca. 400.000 Zuwanderern die größte Gruppe (Stand 2001). Des Weiteren halten sich in Griechenland ca. 300.000 illegale Einwanderer auf, die vorzugsweise aus den nordafrikanischen Maghreb Staaten, dem Irak oder aus Afghanistan kommen. Sie benutzen die griechisch-türkische Grenze, um möglichst unbehelligt ins Land zu kommen. Das hat aktuell zu Überlegungen geführt, die Kontrollen oder eine sichtbare Grenze zu verschärfen, um den Strom illegaler Einwanderer eindämmen zu können.


Griechenland ist die einzige Nation weltweit, die den orthodoxen christlichen Glauben zur Staatsreligion ernannt hat. So gehören auch 93 % aller Christen in Griechenland der orthodoxen Kirche an, während sich die restlichen Anteile auf andere christlich orientierte Glaubensrichtungen verteilen. Muslime und Juden bilden deutliche Minderheiten.


Neugriechisch ist in Griechenland Amtssprache, die von mehr als 97 % der Bevölkerung gesprochen wird.

Wirtschaft in Griechenland

BIP 221.824.000.000 USD
BIP pro Kopf 20.754 USD
Anteil Landwirtschaft 5 %
Anteil Industrie 21 %
Anteil Dienstleistungssektor 74 %

Aus dem früher landwirtschaftlich orientierten Land entwickelt sich seit den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts ein modernes Wirtschaftssystem, das sich an Industrie und Dienstleistung orientiert. Letzerer Sektor nimmt mittlerweile nahezu 75 % des gesamten wirtschaftlichen Umfangs ein, was nicht zuletzt dem Tourismus zuzuschreiben ist. Die Aufnahme in die EU erfolgte 1981, was zu einer Steigerung der industriellen Bedeutung Griechenlands führte.

Der Beitritt zur Eurozone im Jahr 2001 führte in späteren Jahren zur Erkenntnis, dass die damaligen Angaben des griechischen Staates über dessen Wirtschaftslage nicht in allen Punkten den Tatsachen entsprachen. Obwohl das Land einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben konnte, stieg die Staatsverschuldung bis zum Jahr 2009 enorm an.


Am Exportvolumen des Landes trägt der Agrarsektor mit 22 % bei. In erster Linie kommt dieser Anteil durch Fischfang und Fischzucht zustande, dazu kommt die Bewirtschaftung von Weinbaugebieten. Der Anbau und die Vermarktung von Obst und Gemüse nehmen stetig ab.


Der Industriesektor ist am Exportvolumen mit fast 60 % beteiligt. Es geht dabei um Textilprodukte, Nahrungsmittel, Metallwaren und Chemikalien. Es kommen auch Erdöl- und Kohleprodukte in den Export.
Den größten Anteil an der griechischen Wirtschaft hat der Dienstleistungssektor. In diesen Bereich fallen auch Unternehmen, die mit der Schifffahrt zu tun haben. Die griechische Schifffahrt spielt international eine bedeutende Rolle. Griechische Reedereien verfügen über eine der bedeutendsten Eignerflotten weltweit.

Geschichte von Griechenland

Die griechische Geschichte ist für die Entwicklung von ganz Europa von wesentlicher Bedeutung. Das antike Griechenland erstreckte sich bis nach Kleinasien und wird in Geschichtsbüchern oftmals als Wiege Europas bezeichnet. Sie beeinflusste nachhaltig die europäische Kultur und die Bildung von Werten. Die Leistung der Philosophen, Naturwissenschaftler und Literaten ist bis in die heutige Zeit von Bedeutung.

146 v.Chr. wurde das antike Griechenland zur römischen Provinz. Nach dem Untergang des Römischen Reiches und der damit verbundenen Reichsteilung kam Griechenland unter byzantinische Herrschaft. Das Schicksal des Reiches war nun für einige Jahrhunderte an die Entwicklung des Byzantinischen Reiches gekoppelt. Als dessen Macht geschwächt war, eroberte das Osmanische Reich im 14. und 15. Jahrhundert wesentliche Gebiete Griechenlands. Ihre Vorherrschaft endete erst im Jahr 1830, nachdem ein Aufstand unter geistiger Führung von Rigas Velestinlis und die Gruppe Filiki Eteria Erfolg hatte.

Als Folge davon wurde Zentralgriechenland, die Kykladen und der Peloponnes zum Staat Griechenland erklärt. Zunächst bekam das Land mit König Otto I. einen König bayrischer Herkunft. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs kamen diverse Inseln zum Gebiet des Königreichs, dazu gehören die Ionischen Inseln und Kreta.


Mit dem Ende des Griechisch-Türkischen Krieges im Jahr 1922 wurde mit dem Vertrag von Lausanne ein Bevölkerungsaustausch beschlossen. Das bedeutete für 1,5 Millionen Griechen, die auf türkischen Gebieten lebten, die Vertreibung. Das gleiche Schicksal mussten 500.000 türkisch-stämmige Einwohner Griechenlands hinnehmen, die das Land verlassen mussten. Die Flüchtlingsquote dieser Epoche wird mit 25 % beziffert.


Der 28. Oktober 1940 war der Tag, an dem ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation abgelehnt wurde. Heute wird er als Nein-Tag und als Nationalfeiertag begangen. Die weiteren Entwicklungen während des Zweiten Weltkriegs führten im Jahr 1944 zu einer Hungerkatastrophe, die zu einer Säuglingssterblichkeit von 80 % führte.


Im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg wurde das Land durch den Griechischen Bürgerkrieg belastet, in den bald auch internationale Kräfte eingebunden waren. Als indirekte Folge kam es in zu einer Militärdiktatur, die 1974 von einer demokratischen Republik abgelöst wurde.
Seit 1981 ist Griechenland Mitglied der EU.