Reiseführer Kanada

Fotos Kanada

  • Der Banff Nationalpark - ein Stückchen Paradies mitten in der kanadischen Wildnis
  • Die Niagarafälle - ein Weltwunder der Natur
  • Blick auf die Skyline Torontos
  • Der Indian Summer - ein Naturschauspiel sondersgleichen
  • Kanadische Winteridylle
  • Yukon Quest - Wettkampf im ewigen Eis

Kanada, an der Fläche gemessen nach Russland der zweitgrößte Staat der Erde, liegt zwischen dem Atlantik und dem Pazifik und reicht bis zum Arktischen Ozean. Die Landesfläche Kanadas beträgt rund das 28-fache der Fläche Deutschlands. Einzige Landesgrenze des Staates in Nordamerika ist die Grenze im Süden und im Nordwesten zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Der größte See in Kanada ist der Great Bear Lake, der Große Bärensee mit 31.328 Quadratkilometer. Weitere größere Seen sind der Große Sklavensee, der Great Slave Lake mit 25.568 Quadratkilometer sowie der Winnipegsee, der Lake Winnipeg mit 24.400 Quadratkilometer. Wichtigste Flüsse Kanadas sind der Sankt-Lorenz-Strom, der Nelson River und der Churchill River. Außerdem der Mackenzie River, der sich im Nordwesten Kanadas befindet. Benannt ist er nach dem Schotten Alexander Mac Kenzie, der den Strom 1789 entdeckte. Ottawa ist die Hauptstadt Kanadas. Bevölkerungsreichste Stadt mit über 5 Millionen Einwohnern ist Toronto. Amtssprachen sind Englisch und Französisch, Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.


Flora und Fauna Kanadas können mit Recht als äußerst vielseitig beschrieben werden. Die Flora unterteilt sich zunächst einmal in die Tundraregionen im Norden und die weiter südlich gelegenen Wald- und Präriegebiete. In den arktischen und subarktischen Gebieten herrscht baumlose Tundra vor. Hier sind vorwiegend Flechten und Moose beheimatet. Neben der typischen Vegetation der Tundra finden sich in den Übergangsgebieten zur subarktischen Klimazone Nadelwälder. Dieser Nadelwald geht über in ein Gebiet, in dem Kiefern, Fichten, Tannen und Lärchen wachsen. Etwas südlicher sind die Prärielandschaften sowie Vorkommen von Eschen, Weiden, Erlen, Birken und Pappeln. Auch Wilderbeeren und Heidelbeeren entfalten sich hier. Im Süden Kanadas herrschen vorwiegend Laubwälder vor. Eine Ausnahme bilden die Wälder an der Pazifikküste, in denen auch Douglasfichten gedeihen.


Die Tierwelt Kanadas ist sehr reich. Im Polargebiet leben Eisbären und Seelöwen, auch Wölfe und Fuchsarten wurden hier schon gesichtet. In der spärlichen Vegetation der Tundraregion können nicht viele Tierarten überleben. Den Lemmingen allerdings gelingt das. Auch einige Vogelarten sind hier zu Hause. In den Wäldern Kanadas leben unter anderem Karibus, Moschusochsen, aber auch Schneehasen, Elche, Bisons und Biber. Darüber hinaus bietet Kanada eine Heimat für Nerze, Hirsche, Murmeltiere, Kaninchen, Truthähne und Schafe. In den Rocky Mountains kommen sogar Schwarzbären vor. Die faszinierende Natur Kanadas ist es auch, die Jahr für Jahr zahlreiche Touristen zu einem Urlaub nach Kanada einlädt.


Noch immer sind viele Naturlandschaften in Kanada weitgehend unberührt. Daneben gibt es derzeit 43 Nationalparks, die unter der Verwaltung der Regierungsbehörde Parks Canada stehen. Ursprünglich wurden die Parks zur Erholung der Bevölkerung geschaffen, mit dem National Park Act wurden die Gebiete 1930 unter Schutz gestellt. Der älteste Nationalpark in Kanada ist der Banff-Nationalpark in der Provinz Alberta, der 1885 gegründet wurde. Neben den Nationalparks gibt es mehrere Hundert Provinzparks in Kanada, die in der Hand der jeweiligen kanadischen Regierung dieser Provinzen liegen.


Wann genau die ersten Menschen in das heutige Gebiet Kanadas einwanderten, ist nicht eindeutig belegt. Vor rund 12.000 Jahren ist die Besiedelung durch Indianer nachgewiesen, vor rund 5.000 Jahren kamen die Inuit. Etwa ab dem späten 15. Jahrhundert siedelten die Europäer an der Ostküste und fingen etwa um 1600 mit der Kolonialisierung an. Zunächst handelte es sich um Franzosen und Engländer. In dieser Zeit war es auch, in der sich der Name Canada immer mehr durchsetzte. 1763 war es, als Frankreich seine Kolonie Neufrankreich an Großbritannien abtrat. Im Jahre 1867 gründeten vier britische Kolonien die Kanadische Konföderation. Davor bestand Britisch Nordamerika aus diesen Kolonien: der Provinz Kanada (heute Québec und Ontario), Nova Scotia, New Brunswick, Neufundland, British Columbia und Prince Edward Island. Kanada erhielt 1931 gesetzgeberische Unabhängigkeit. Dies geschah durch das Statut von Westminster, das am 11. Dezember 1931 durch das britische Parlament erlassen wurde. Die weiteren verfassungsrechtlichen Bindungen an das Vereinigte Königreich wurden im Jahre 1982 aufgehoben. Kanada ist nunmehr ein parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat und eine parlamentarische Monarchie. Das Land ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen sowie der NATO.

Geographische Lage von Kanada

Koordinaten 53º W - 152º W / 42º Fläche 9976140 km²
Landfläche 9220970 km² Wasserfläche 755170 km²
Höchster Punkt Mount Logan 5959 m Landesgrenze 8893 km
Größte Insel - Küste 202080 km
Größter See Großer Bärensee, 31328 km²

Kanada ist fast so groß wie Europa. Die größte Nord-Süd Ausdehnung beträgt 4.634 Kilometer und reicht von Kap Columbia in Nunavut bis zur Insel Middle Island im Eriesee. Die größte Ost-West Entfernung ist 5.514 Kilometer. Sie dehnt sich von Cape Spear auf Neufundland bis an die Grenze des Yukon Gebietes mit Alaska. Die gesamte Länge der Grenze zwischen den Staaten Kanada und USA beträgt rund 8.890 Kilometer. Zudem hat Kanada die längste Küstenlinie weltweit, 202.080 Kilometer. Die größte Insel des Landes ist die Baffininsel im Nordwesten Kanadas. Zugleich ist sie mit einer Ausdehnung von 507.451 Quadratkilometer, einer Länge von 1.600 Kilometer und einer Breite zwischen 200 und 700 Kilometer die fünftgrößte Insel der Welt.


Kanada hat Anteil an sechs Zeitzonen.

Wichtige Städte in Kanada

Ottawa


Geografische Lage: 45° 25′ N, 75° 42′ W
Fläche: 2.779 km²
Einwohner: 812.129
Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner pro km²
Sprache: Englisch und Französisch


Ottawa, die Hauptstadt Kanadas, liegt im östlichen Teil der Provinz Ontario und ist die sechstgrößte Stadt des Landes. Sie befindet sich fast auf demselben Breitengrad wie die Universitätsstadt Bordeaux und die Lagunenstadt Venedig. Die Bevölkerung Ottawas ist zum größten Teil englischsprachig, ein kleinerer Teil spricht französisch. Durch die große Zahl der Einwanderer sind aber auch andere Sprachen geläufig.

Bevölkerung in Kanada

Einwohner 34.000.000 Durchschnittsalter 39
Einwohner pro km² 3 Analphabetenrate 1
Bevölkerungswachstum 1 % Religion 43,6 % Katholiken, 29,2 % Protestanten, 2,6 % andere christliche Gemeinschaften, 2,0 % Muslime, 1,5 % Orthodoxe, 1,1 % Juden, 1,0% Buddhisten, 1,0 % Hindus, 0,9 % Sikhs, 16,5 % religionslos
Lebenserwartung Frauen 84 Jahre Lebenserwartung Männer 79 Jahre

Kanada war und ist ein typisches Einwanderungsland mit einer sehr geringen Bevölkerungsdichte. Knapp über die Hälfte der rund 34 Millionen Einwohner Kanadas sind britischer oder französischer Abstammung. In Quebec, der größten Provinz des Landes, sind zahlreiche französischstämmige Bürger beheimatet, hier sind es etwa 80 Prozent. In Neufundland hingegen kann von einer ähnlichen Mehrheit englischstämmiger Briten gesprochen werden.

Darüber hinaus bietet Kanada einen bunten Mix an Kulturen. Laut statistischen Angaben leben in Kanada rund 200.000 Indianer und Inuit. Diese Zahlen beinhalten nicht die in der Neuzeit Zugewanderten. Im Schnitt wächst die Bevölkerung in Kanada um etwa1 Prozent, die Lebenserwartung liegt bei rund 80 Jahren.

Als Amtssprachen gelten sowohl Englisch als auch Französisch, wobei rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung französische Muttersprachler sind.

Wirtschaft in Kanada

BIP 1.500.000.000.000 USD
BIP pro Kopf 45.428 USD
Anteil Landwirtschaft 3 %
Anteil Industrie 32 %
Anteil Dienstleistungssektor 65 %

Kanada zählt zu den reichsten Ländern der Welt. Im Jahre 2007 lag das Land gemessen am Bruttoinlandsprodukt auf dem neunten Platz. Zudem gilt Kanada als ein Land der sozialen Marktwirtschaft. War Kanada zunächst ein Agrarland, entwickelte es sich dank seiner Wirtschaftsstruktur zu einem der reichsten Länder weltweit. Kanada hat wertvolle Bodenschätze und fruchtbare Böden.

Geschichte von Kanada

Vor mindestens 12.000 Jahren besiedelten Indianer Nordamerika, vor rund 5.000 Jahren folgten die Inuit. Da die ersten Einwohner Kanadas vor rund 30.000 Jahren über eine zur damaligen Zeit bestehende Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska einwanderten, wird vermutet, dass sowohl die Inuit als auch die Indianer asiatische Vorfahren haben. Bevor die ersten Europäer etwa gegen Ende des 10. Jahrhunderts ins Land kamen, lebten zahlreiche Indianerstämme in Kanada.


1784 wurden die Grenzen zwischen den Vereinigten Staaten und dem britischen Kanada in Versailles festgeschrieben. Kurze Zeit später wurde eine kanadische Legislative eingeführt, der erste Schritt hin zu einer kanadischen Autonomie. Die Briten teilten Kanada im Jahre 1791 in die Provinzen Ober- und Unterkanada auf. In dieser Zeit war es auch, als sich die Auseinandersetzungen um den gewinnbringenden Pelzhandel verstärkten. Es entstanden politische Unruhen in beiden kanadischen Provinzen, die 1837 in bewaffneten Revolten gipfelten. Regierungstreue Truppen schlugen sie nieder. Reformen waren aber nunmehr nicht mehr aufzuhalten. 1840 vereinigten sich die beiden Teile zu einer Provinz. Regiert wurde diese von einer parlamentarischen Regierung. Ab 1846 begann der wirtschaftliche Aufschwung, die letzten britischen Steuern wurden abgeschafft.


1867 schlossen sich Ontario, Quebec, Neuschottland und Neubraunschweig zu einem Bundesstaat zusammen, Dominion of Canada entstand. Der Constitution Act gilt als erste Verfassung Kanadas. Im Jahre 1885 wurde die erste transkontinentale Eisenbahnverbindung fertiggestellt, die nun für eine schnelle Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Pazifik sorgte. Damit wurde die innere Unverletzlichkeit des neuen Staates gesichert, andererseits auch die Expansion in den Westen vorangetrieben.


Als 1896 in einem kleinen Nebenfluss des Klondike, der im Westen des Territoriums Yukon verläuft, Gold gefunden wurde, wurde die Region bald von Abenteurern und Schatzsuchern heimgesucht, die sich alle den großen Goldfund erhofften.


1931 wurde Kanada nach dem Statut von Westminster unabhängig. Das Land gehört zu den Gründungsmitgliedern der UNO und der NATO. Im Jahre 1949 wurde Neufundland die zehnte Provinz Kanadas. 1992 folgte der Beitritt zur NAFTA.