Reiseführer Kenia

Fotos Kenia

  • Masai mit Halsschmuck
  • Kenianischer Straßenverlauf
  • Kenianische Savanne mit Elefantenherde
  • Kenianischer Wunderheiler
  • Blick über Kibera, dem Armenviertel Nairobis
  • Löwenfamilie auf Safari

Kenia ist ein Staat in Ostafrika. Durch das knapp 600.000 km² starke Land zieht sich fast genau in der Mitte der Äquator, während der Indische Ozean die 400 km lange Küste bildet. Der Victoriasee liegt im westlichen Grenzgebiet, weitere Länderbegrenzungen bestehen zu Somalia, Äthiopien, Sudan, Uganda und Tansania. Der höchste Berggipfel ist der Batian im Mount Kenya Massiv, der bekannteste ist jedoch der Kilimandscharo, der allerdings von Kenia aus lediglich zu sehen ist, seinen Standort hat er im benachbarten Tansania.


Die 36 Millionen Einwohner des Landes setzen sich aus mehr als 50 verschiedenen Volksstämmen zusammen. Dazu kommen die Nachkommen arabischer Bewohner, die bereits im 11. Jahrhundert ins Land kamen und deren Kultur bis heute deutlich zu erkennen ist. Insbesondere in den Städten gibt es Bauwerke mit eindeutig arabischen Baustilen. Britisch beeinflusste Bauwerke im Kolonialstil sind dagegen überwiegend in Nairobi zu finden. Dort leben 2,7 Millionen Einwohner unter städtischen Bedingungen.

Eine weitere, bedeutende und gleichzeitig zweitgrößte Stadt in Kenia ist mit über 700.000 Einwohnern Mombasa. Die Mehrzahl der Bevölkerung lebt nicht in Städten, sondern überwiegend traditionell nach ihren Stammessitten und Ritualen, teilweise in beschützenden Reserves in den zahlreichen Nationalparks.
Für Touristen sind die Nationalparks mit ihren typisch afrikanischen Gegebenheiten die Hauptattraktion eines Kenia Urlaubs. Bei Safaris lassen sich Löwen, Elefanten, Giraffen und andere afrikanische Tiere beobachten. Für einen Badeurlaub eignet sich der weiße Strand, der sich über die gesamte Länge von 400 km entlang der Küste zum Indischen Ozean zieht. Dort herrscht tropisches Klima mit teilweiser hoher Luftfeuchtigkeit.


Wirtschaftlich ist das Land international wenig bedeutsam, mit Ausnahme des noch relativ jungen Sektors Schnittblumen. Als Lieferant für Blumen nimmt Kenia in Europa einen hohen Stellenwert ein, den deutschen Markt beliefert Kenia sogar zu 30 %. Weitere Hauptexportgüter sind Tee und Kaffee, während die restliche Landwirtschaft hauptsächlich zur eigenen Versorgung betrieben wird. Eine geringfügige Rolle spielt die industrielle Produktion von Textilien und Maschinen. Der Tourismus ist dagegen ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für das Land. Seine Entwicklung wird durch die Pflege und Hervorhebung der einmaligen Flora und Fauna im Land gestützt. Kenia ist daher das Ziel vieler Touristen, die eine Safari unternehmen wollen.

Geographische Lage von Kenia

Koordinaten 0°N, 38°O Fläche 582650 km²
Landfläche 569250 km² Wasserfläche 13400 km²
Höchster Punkt Batian, 5.199 m Landesgrenze 3446 km
Größte Insel - Küste 536 km
Größter See Tata, 700km

Kenia ist ein Staat in Ostafrika und erstreckt sich über eine Fläche von fast 600.000 km². Der Äquator teilt das Land in nahezu zwei gleich große Teile. Der Osten des Landes wird vom Indischen Ozean begrenzt, an der westlichen Grenze liegt der Victoriasee, welcher der größte Binnensee Afrikas ist. Die nordöstliche Grenze verläuft zu Somalia, die nördliche zu Äthiopien und Sudan, die westliche zu Uganda und die südliche Grenze verläuft zu Tansania.


Die flächenmäßig größte Provinz, Rift Valley, liegt in Zentral-Kenia und gehört damit zu m Ostafrikanischen Grabenbruch. Der höchste Berg erreicht eine Höhe von 5.199 m und liegt im Mount-Kenya-Massiv. Vor der Küste zum Indischen Ozean liegen Korallenbänke. Der längste Fluss ist der Tana, weitere wichtige Flüsse sind Sabaki und Kerio.

Wichtige Städte in Kenia

Nairobi


Geografische Lage: 1°17’S, 36°49‘O
Fläche: 693 km²
Einwohner: 2.750.561 (Stand 2005)
Bevölkerungsdichte: 3.969,1 Einwohner pro km²
Sprache: Englisch, Kaiswahili


Die Hauptstadt des Landes liegt auf dem geografischen Breitengrad 1 und erreicht damit fast den Äquator. Kenia liegt auf 1.624 Höhenmetern. Damit ist sie eine der Städte Afrikas, die sehr hoch liegen. Dadurch bedingt ist das Klima zwar tropisch, es wird aber dennoch aufgrund der Höhe und der angenehmen 19°Celsius im Jahresdurchschnitt als angenehm empfunden. Nairobi ist eine vergleichsweise junge Stadt. Sie wurde 1896 von den Briten als einstiges Eisenbahnlager und Versorgungszentrum gegründet. 1907 wurde Nairobi zur Hauptstadt des britischen Ostafrika – so lautete der Name der späteren Kronkolonie Kenia bis 1920. Zunächst sollten überwiegend Weiße in Nairobi leben, aber aufgrund der Infrastruktur wurden auch viele afrikanische Neubürger angezogen, die bald die Mehrheit stellten. Im Laufe der Jahrzehnte bildeten sich an den Stadtrandgebieten slumartige Siedlungen, in der überwiegend Sheng gesprochen wird. Dabei handelt es sich um einen keniatischen Dialekt, der sich als Jugendsprache zu einer eigenen Sprache entwickelt.
Heute ist Nairobi eine Millionenstadt mit internationalem Charakter. Neben New York, Wien und Genf ist die Hauptstadt Kenias die vierte Stadt mit einem Büro der Vereinten Nationen. Das Umweltprogramm hat hier sogar ihr Hauptquartier. Dasselbe gilt auch für das United Nations Human Settlements Programm (HABITAT) und für insgesamt 22 weitere regional bedeutende Büros der UN.

Bevölkerung in Kenia

Einwohner 34.707.900 Durchschnittsalter 18
Einwohner pro km² 59 Analphabetenrate 13
Bevölkerungswachstum 3 % Religion 73% Christentum, 20 % Islam, 8 % Sonstige
Lebenserwartung Frauen 48 Jahre Lebenserwartung Männer 50 Jahre

Die meisten der knapp 36 Millionen Einwohner Kenias gehören der Volksgruppe der Bantus an. Die Gruppe der Kikuyu nimmt dabei mit 22 % den größten Anteil ein und stellt die größte Volksgruppe Kenias. Zu den Bantu sprachigen ethnischen Gruppen gehören weiter die Luhya, Kamba, Kisii und Mijikenda. Weitere Volksgruppen, die zur keniatischen Bevölkerung zählen sind nilotische Volksgruppen, zu denen die Untergruppen Luo, Kalendschin, Massai, Samburu und Turkana gehören. Im östlichen Kenia leben Somali und Oromo, sowie Minderheiten, wie Rendille und El Molo. In ihrer Summe leben in Kenia 52 Volksgruppen. Lediglich 1 % der Bevölkerung haben europäische, asiatische oder arabische Wurzeln.


In Kenia gibt es inklusive aller Dialekte insgesamt 61 Sprachvarianten. Die Amtssprache ist Englisch, als zweite Amtssprache gilt Swahili, die nicht nur in Ostafrika als Verkehrssprache Anwendung findet, sondern auch in Kenia als die am weitesten verbreitete Sprache gilt.


Die mit ca. 70 % in der Bevölkerung vorwiegend praktizierte Religion ist das Christentum mit ca. 26 % Anglikanern, ebenso vielen Katholiken und etwa 2,5 % orthodox Gläubigen. Mit 20 % ist der Islam (sunnitische Ausrichtung) vorwiegend an der Ostküste verbreitet. Traditionelle afrikanische Naturreligionen werden nur noch von ca. 10 % der Bevölkerung ausgeübt.

Wirtschaft in Kenia

BIP 19.241.300.000 USD
BIP pro Kopf 554 USD
Anteil Landwirtschaft 17 %
Anteil Industrie 19 %
Anteil Dienstleistungssektor 64 %

Die wirtschaftlichen Verhältnisse der kenianischen Bevölkerung sind von vorherrschender Armut gekennzeichnet. Bei wachsendem Bruttosozialprodukt und gleichzeitig ansteigenden Bevölkerungszahlen ergaben sich im Jahr 2008 eine Arbeitslosenrate von 40 % und eine Inflationsrate von 26 %. Nur 20 % der Fläche ist landwirtschaftlich nutzbar, aber deutlich mehr als die Hälfte der Einwohner bestreitet ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft. Die Hauptprodukte der Landwirtschaft für den Export sind Sisal, Kaffee, Tee. Für den Eigenbedarf wird Mais, Getreide, Bohnen, Bananen, Zuckerrohr Reis und Ananas angebaut. Baumwolle zählt sowohl zu den Exportprodukten als auch als Grundstoff für den Eigenverbrauch. Im Hochland wird Viehzucht betrieben, wobei diese auf Mast- und Milchviehhaltung konzentriert ist.
Der Export von Tee und Kaffee ist Haupteinkommensquelle für das Land. Dazu kommen Erzeugnisse aus industriellem Maschinenbau, Fahrzeugbau, Textilprodukte und Genussmittel. Einen bedeutenden Anteil am Export nimmt die industriell betriebene Zucht von Blumen ein. Kenia gilt als der weltweit größte Blumenexporteur. Am europäischen Blumenmarkt ist Kenia mit 31 % beteiligt.

Geschichte von Kenia

Kenia wird als Wiege der Menschheit bezeichnet, weil sich in dieser Region die Gattungen Homo habilis und Homo erectus entwickelt hatten. Die Besiedelung durch frühe Vormenschen ist bis auf vier Millionen Jahre zurückzuverfolgen. 2.000 v.Chr. kamen kuschitische Völker als Siedler ins Land. Um das Jahr 1.000 n.Chr. folgten Römer.

Auch arabische Händler kamen ins Land und begannen erfolgreich, die Islamisierung zu betreiben. Moscheen und andere Prachtbauten aus dieser Epoche sind noch heute zu bewundern. Im 16. Jahrhundert kamen Portugiesen in das Gebiet und übernahmen die Herrschaft, die sie aber 1698 wieder abgeben mussten. Es folgte eine arabische Epoche, die erst 1920 mit der Umwandlung Kenias als britische Kronkolonie endete.

Die neuere Geschichte des Landes beginnt mit der Bildung eines deutschen Protektorats 1885, über die Besitzungen des Sultans von Sansibar. Die Leitung wurde mitsamt den Gebieten im Jahr 1898 an die Briten übergeben, die durch die Imperial British East Africa Company das damalige British-Ostafrika administrativ übernahm. Zur englischen Kronkolonie wurde Kenia im Jahr 1920 und blieb es, bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1963. Seitdem ist Kenia eine Präsidialrepublik.