Reiseführer Kroatien

Fotos Kroatien

  • Innenstadt von Zagreb
  • Historische Altstadt von Istrien
  • Hvar - Blick aufs Meer
  • Blick auf Dubrovnik vom Meer aus
  • Eselkarawane in einem kroatischen Bergdorf
  • Bizarre Felsformation in der kroatischen Adria

Kroatien liegt im mitteleuropäischen Grenzraum zu Südosteuropa. Die gesamte Westküste liegt zur Adria. Ein Teil des Staatsgebietes ist der Pannonischen Tiefebene zuzurechnen. Die Nachbarländer sind Slowenien, Ungarn, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro. Dubrovnik gehört als Exklave ebenso zum Staatsgebiet. Ebenso dazu zählen mehr als 1000 Inseln im Mittelmeer.


Die klimatischen Bedingungen orientieren sich an der geografischen Lage der einzelnen Regionen. An den Küstengebieten herrschen mediterrane Verhältnisse, im Flachland ist kontinentales Klima zu verzeichnen, während es im Dinarischen Gebirge zu Hochgebirgsklima kommt.


Von den ca. 4, 5 Millionen Einwohnern ist die Mehrzahl katholischen Glaubens. Durch einen Rückgang der Geburtenrate ist eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung zu verzeichnen. Wirtschaftlich befindet sich Kroatien nach dem Ende des Jugoslawienkrieges im Aufschwung. Die hauptsächlichen Wirtschaftsfaktoren sind Tourismus und Industrie, wobei das Land auf ein hohes Vorkommen an Bodenschätzen zurückgreifen kann. Hauptzentrum für Wirtschaft und Industrie ist die Hauptstadt des Landes, Zagreb. Kroatien wird von Touristen überwiegend wegen seiner landschaftlichen Schönheit und der Gastfreundschaft der Kroaten geschätzt.


Die kroatische Geschichte ist von mehreren Perioden geprägt, die zu großen Teilen von Auseinandersetzungen und Fremdbestimmung gekennzeichnet waren. Die Rivalität unter den benachbarten Bevölkerungsgruppen spielte dabei ebenso eine Rolle, wie die strategische Lage der Region, die lange Jahrhunderte hindurch als Bollwerk zum Osmanischen Reich verstanden wurde. Die jüngste Unabhängigkeit erhielt das Land zum Ende des Jugoslawienkrieges im 20. Jahrhundert.

Geographische Lage von Kroatien

Koordinaten 45°N, 15°O Fläche 56542 km²
Landfläche 56592 km² Wasserfläche 128 km²
Höchster Punkt Dinara, 1.830 m Landesgrenze 2197 km
Größte Insel - Küste 6176 km
Größter See Save, 562 km

Kroatien gehört aufgrund seiner geografischen Lage zu Mittel- und Südosteuropa. Der kontinentale Nordteil und der lang gezogene Küstenstreifen sind miteinander im Nordwesten verbunden. Das Gebiet um Dubrovnik bis hin zur Grenze zu Montenegro ist durch einen 3 km breiten Landesteil vom übrigen Kroatien getrennt. Dieser Landstreifen gehört zu Bosnien und Herzegowina. Die Grenzen zu Slowenien, Ungarn, Bosnien Herzegowina, Serbien und Montenegro betragen in ihrer Summe 2.197 km. Die nordadriatische Seegrenze zu Slowenien ist umstritten, die adriatische Küstenlinie beläuft sich auf 1.778 km, mit allen Inseln auf 6.176 km. Die Landschaft Kroatiens besteht in der Pannonischen Tiefebene überwiegend aus Flachland, das von Mittelgebirgen durchzogen wird.

Die wichtigsten Flüsse Save und Drau sorgen für ein gemäßigtes Kontinentalklima. Die Region Nordkroatien verläuft bis zur ungarischen Grenze. Die Dinarische Gebirgsregion erreicht vereinzelt Hochgebirgsniveau mit Gebirgsklima. Die adriatische Küstenregion ist hingegen von mediterranem Klima gekennzeichnet. Der Küstenstreifen zeigt sich hinsichtlich seiner Breite sehr unterschiedlich. Er variiert von wenigen Kilometern bis zu weit ausufernden Küstengebieten. Die Regionen Istrien, Dalmatien und das Kroatische Küstenland mit der Kvarner Bucht sind küstennahe Landesteile.


Zum Staatsgebiet Kroatien gehören 1.246 Inseln, davon sind 47 bewohnt. Die fünf größten Inseln sind Cres, Krk, Brac, Hvar und Pag. Zu den wichtigsten Städten Kroatiens zählen neben der Hauptstadt Zagreb, Split als zweitgrößte Stadt, Rijeka und Osijek. Touristisch wichtige Städte sind außerdem Zadar, Pula und Dubrovnik.

Wichtige Städte in Kroatien

Zagreb
Geografische Lage: 45°48’N, 15°58‘O
Fläche: 641,35 km²
Einwohner: 784.900 (Stand 2006)
Bevölkerungsdichte: 1.215 Einwohner pro km²
Sprache: Kroatisch


Als Name der Hauptstadt wird auch heute noch vereinzelt, vor allem im österreichischen Raum die alte Bezeichnung Agram verwendet. Zagreb ist Hauptstadt und Regierungssitz des Staates Kroatien und gleichzeitig eine Gespanschaft, d.h. eine Region des Landes. Die Stadt liegt im südwestlichen Teil der Pannonischen Tiefebene am Fluss Save. Sie ist gleichzeitig der Sitz der Erzdiözese Zagreb. Zusammen mit den Vororten im Umland hat Zagreb über eine Million Einwohner und ist damit die größte Stadt Kroatiens. Mehrheitlich leben kroatische Bürger in der Stadt, ca. 2,14 % sind Serben, 3,34 % haben andere Staatsangehörigkeiten, wie z.B. Deutsch, Bosnisch, Ungarisch, Slowenisch, Tschechisch und Ukrainisch.
Die Stadt wurde im Jahr 1094 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es bildete sich anschließend ein Zusammenschluss der Siedlungen Kaptol und Gradec. Letzteres war Handelszentrum, während Kaptol ein Mittelpunkt für den Klerus war. Das damalige Gradec bildet heute den Altstadtkern Zagrebs. Im Jahr 1242 begann für die Stadt eine Blütezeit, nachdem sie vom ungarischen König Béla IV. die Bezeichnung „Freie königliche Stadt“ erhalten hatte. Viele der heute noch zu bewundernden Baudenkmäler stammen aus dieser Zeit bis zum 15. Jahrhundert.
Heute ist Zagreb das wichtigste Wirtschaftszentrum des Staates. Vorwiegend konzentrieren sich die Pharmaindustrie, Handel und Elektrotechnik auf die Hauptstadt, sowie auf den Tourismus. Dieser beschränkt sich nicht nur auf die Baudenkmäler, sondern auch auf die günstigen Einkaufsmöglichkeiten.

Bevölkerung in Kroatien

Einwohner 4.494.800 Durchschnittsalter 40
Einwohner pro km² 79 Analphabetenrate 1
Bevölkerungswachstum - Religion Römisch-katholisch
Lebenserwartung Frauen 79 Jahre Lebenserwartung Männer 71 Jahre

Die ethnischen Wurzeln der kroatischen Bevölkerung liegen zu fast 90 % in Kroatien. Die restlichen Kroaten sind Nachkommen von Serben, Bosniern, Italienern und Ungarn. Daneben gibt es noch einige Albaner, Slowenen und Tschechen. Die Anteile von Roma, Montenegriner, Slowaken und Mazedonier betragen insgesamt weniger als 1 %.


Die kroatische Standardsprache ist als Amtssprache in allen Bevölkerungsgruppen manifestiert. Es werden jedoch regional bedingt einige Dialekte gesprochen, die dem slawischen Sprachraum zuzuordnen sind. In Istrien, Rijeka und auf einigen Kvarner Inseln spricht man auch Italienisch. Ungarisch wird im Grenzgebiet zu Ungarn gesprochen und in Slawonien kann man auch Tschechisch und Slowakisch hören. Im Nordosten und im Südwesten Istriens trifft man auf die aussterbenden Sprachen Istrorumänisch und Istriotisch.

 

Der größte Teil der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an. Orthodoxe und Muslime nehmen zusammen einen Anteil von ca. 6 % ein. Katholiken des griechischen Ritus, Zeugen Jehovas, Calvinisten, Lutheraner nach Augsburger Bekenntnis, Adventisten und Baptisten nehmen zusammen einen Anteil an der Bevölkerung von ca. 1 % ein.

Wirtschaft in Kroatien

BIP 38.979.400.000 USD
BIP pro Kopf 8.672 USD
Anteil Landwirtschaft 6 %
Anteil Industrie 32 %
Anteil Dienstleistungssektor 62 %

Die kroatische Wirtschaft kann als aufstrebend bezeichnet werden. Der Dienstleistungssektor nimmt einen starken Anteil am Gesamtvolumen ein, da das Land mit seinen Urlaubsregionen nach wie vor viele Besucher anzieht.
Für landwirtschaftliche Nutzung wird etwa die Hälfte der Landfläche verwendet. Wein und Ost, Tabak und Zitrusfrüchte stehen auch als Exportgüter zur Verfügung. Dalmatien ist überwiegend auf Fischfang konzentriert.
Das vergleichsweise hohe Vorkommen an Bodenschätzen ermöglicht es, auch hier Einkommensquellen für das Land zu erschließen. Zu den wichtigsten Bodenschätzen zählen Erdöl und Erdgas sowie Steinkohle. Dazu kommt Porzellanerde, Eisenerz, Bauxit und Braunkohle. Daneben werden das Vorkommen an Graphit und diverse Betongrundstoffe verwendet. Angelehnt an die Bodenschätze orientiert sich der Schwerpunkt in der Industrie auf Erdölraffinerien, Eisen- und Stahlwerke, Chemieproduktion und Schiffswerften. Die Bergbauindustrie ist rückläufig.

Geschichte von Kroatien

Die östliche Adriaküste war bereits zur Steinzeit besiedelt. Archäologische Funde in Höhlen auf den Inseln Hvar und Palagruza, belegen, dass zu jener Zeit auch schon die meisten Inseln bewohnt waren. Im 6. Jahrhundert v.Chr. war die Region des heutigen Kroatiens ein wichtiger Punkt auf dem Handelsweg der Griechen, auf diese Epoche gehen einige Stadtgründungen zurück, wie z.B. Split. Parallel zu den Griechen siedelte sich auch ein indogermanisches Volk an, die Illyrer.

Die Römer begannen ab dem 2. Jh. v.Chr. den größten Einfluss auszuüben, was in der Übernahme der Herrschaft im Jahr 34 v.Chr. gipfelte. Mit der Teilung des Römischen Reichs kam im Jahr 395 die Region Kroatien zu Westrom. Das 6. und 7. Jahrhundert war vom Eindringen slawischer Völker gekennzeichnet, was im Jahr 924 zur Ausrufung des Kroatischen Königreichs führte. Im Jahr 1102 wurde ein Ungar zum König über Kroatien, der das Land dem ungarischen Königreich einverleibte.

Dieser Zustand blieb bis 1918 mit einigen Unterbrechungen und Beteiligungen anderer Länder und Herrscherhäuser, wie z.B. der Österreicher und Habsburger. Während dieser Epoche galt Kroatien als Bollwerk Europas gegen die Osmanen.


1894 gilt als Revolutionsjahr, in dem ein länger andauernder Widerstand gegen die ansässigen Herrscher formiert wurde. Damit hatte man zwar zunächst wenig Erfolg, dafür manifestierten sich in dieser Zeit einige kulturelle Veränderungen, wie auch die Standardisierung der kroatischen Landessprache. Erst 1918 konnte sich Kroatien vom Einfluss des ungarisch-österreichischen Königshauses befreien. Es kam zum Zusammenschluss mit Serbien zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. König Aleksandar I. nahm eine Umbenennung in Königreich Jugoslawien vor.

Dessen diktatorischer Herrscherstil provozierte die Gründung der faschistischen Ustasa Bewegung, die Unterstützung von Mussolini erhielt.
Kroatien wurde 1941 in den Zweiten Weltkrieg verwickelt und wurde zunächst zum deutschen Vasallenstaat, wobei nur kurz vorher der unabhängige Staat Kroatien von der Führungsperson der Ustasa ausgerufen worden war. Nach dem Krieg wurde Kroatien ein Teil der Volkrepublik Jugoslawien unter der Führung Titos. Unter dem Begriff Kroatischer Frühling ging eine Protestbewegung in die Geschichte ein, deren Aufstand im Jahr 1971 niedergeschlagen wurde. Nachdem Tito 1980 gestorben war, erhöhten sich die Spannungen zwischen Kroaten und Serben, welche die Regierungsmehrheit darstellten.

1990 wurde unter der Leitung des Kroaten Franjo Tudman de Kroatische Demokratische Gemeinschaft als Volkspartei gegründet. Im Juni 1991 erklärte Kroatien seine Unabhängigkeit, aber es musste erst der Kroatienkrieg gegen Serbien geführt werden, der am 12. November 1995 endete und zur tatsächlichen Unabhängigkeit führte.


Im Oktober 2001 schloss Kroatien mit der EU ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen, womit der freie Zugang zum Europäischen Binnenmarkt gesichert werden konnte. Damit war auch die Änderung des sozialistisch geprägten Wirtschaftssystems in eine soziale Marktwirtschaft verbunden.
Heute ist Kroatien eine parlamentarische Demokratie.