Reiseführer Puerto Rico

Reicher Hafen – so lautet die Übersetzung von Puerto Rico. Gemeint ist damit der
Seehafen in der Hauptstadt ­San Juan, der seit der Entdeckung und Eroberung
der Neuen Welt Anfang des 16. Jahrhunderts einige Hundert Jahre lang als
Umschlagplatz des Inkaschatzes diente. Reich beladene Schiffe begannen hier ihre
Fahrt Richtung Europa.

Puerto Rico ist eines von mehreren Außengebieten der Vereinigten Staaten von
Amerika, unter dessen Regierung es auch steht. Wirtschaftlich spielt das Land
eine wesentliche Rolle für Lateinamerika. Es handelt sich um einen Inselstaat im
Nordosten der Karibik, dessen Hauptinsel Puerto Rico dem gesamten Freistaat
seinen Namen gegeben hat. Neben der größten Insel Puerto Rico gehören noch
mehr als zwanzig größere und kleinere Nebeninseln zum Gesamtgebilde. Im
Einzelnen sind die wesentlichen Inseln: ­Vieques, Culebra, Desecheo, Culebrita,
Mona, Monito, Palomino und Caja de Muertos. Alle zusammen bilden den
karibischen Inselstaat Puerto Rico.

Der US-Inselstaat gehört zu den Großen Antillen und ist davon zugleich die östlichste
und kleinste Insel. In einer Entfernung von 150 km in westlicher Richtung liegt die
Insel ­Hispaniola, sowie die Dominikanische Republik. Die Jungferninsel sind 100
km östlich zu finden, während Südamerika in südlicher Richtung 800 km entfernt ist.
Rund um Puerto Rico ist der Ozean von außergewöhnlicher Tiefe gekennzeichnet.
So weist das Milwaukeetief im Norden der Inseln 9.219 Meter Tiefe auf. Es zählt zum
Puerto-Rico-Graben, der nach den Inseln benannt ist. Im Süden der Inseln befindet
sich das karibische venezolanische Becken, das mit 5.649 Metern ebenfalls als sehr
tief gilt.

Die neuere Geschichte des Landes, das mitunter als 51. US-Staat bezeichnet
wird, war lange Jahrhunderte von unruhigen Zeiten geprägt. Als mit Columbus die
Entdeckung der Neuen Welt begann, war es auch mit der Ruhe auf Puerto Rico
vorbei, denn aufgrund seiner idealen geografischen Lage wurde der Inselstaat
zum militärischen Stützpunkt der spanischen Eroberer. Entsprechend umkämpft
war die Region, denn wer den Inselstaat kontrollierte, hatte die besten Chancen,
weiter in Richtung Mexiko, Südamerika, Mittelamerika und Kuba vorzudringen. Erst
als die Amerikaner Ende des 19. Jahrhunderts den lange andauernden Spanisch-
Amerikanischen Krieg für sich entscheiden konnten, kehrte wieder Ruhe auf Puerto
Rico ein. Die Demokratie konnte schrittweise Einzug halten, Puerto Rico erhielt eine
eigene Verfassung und die Einwohner die Bürgerrechte der USA.

Mit einer Einwohnerzahl von 3.752.789 (Stand 2010), verteilt auf einer Gesamtfläche
von 8.959 km² Land ergibt sich eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von
durchschnittlich 418,8 Einwohner/km². Die Bewohner sind überwiegend spanischer
Abstammung. Mehr als 2 Millionen aller Einwohner sind rund um die Hauptstadt San
Juan angesiedelt, wodurch sich ein deutlicher Unterschied der Bevölkerungsdichte
in den übrigen Regionen ergibt. Die Bevölkerungsdichte in und um San Juan beträgt
3.505.8 Einwohner pro km².

Die Landschaft des Karibik-Inselstaates ist überwiegend von Gebirgen
gekennzeichnet. Ca. 60 Prozent der Landoberfläche von Puerto Rico ist hügelig.
Einen großen Teil der Vegetation machen aber auch Regenwälder aus, die mit ihrer

Wirkung auf das Klima ganzjährig für angenehme Temperaturen, allerdings auch
für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Daneben sind aber auch Wüstengebiete zu finden,
womit eine gewisse Vielfältigkeit der Landschaft auf Puerto Rico geschaffen wird.

Wirtschaftlich steht Puerto Rico im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen
Ländern sehr gut da. Dank üppiger Subventionen aus USA sind keine aktuellen
Wirtschaftskrisen zu erwarten. So konnte sich das Land eine stabile Wirtschaftslage
erarbeiten, von der auch das Gesundheitssystem profitiert, das ebenfalls als sehr
gut ausgearbeitet gilt. Die wesentlichen Wirtschaftszweige betreffen die Produktion
von Zuckerrohr und Rum, wobei es auch sonst, dank verbreiteter Landwirtschaft eine
stabile Nahrungsmittelindustrie gibt. Es gibt einige Industrieunternehmen aus dem
Bereich Maschinenbau und Pharmazie. Ein Haupterwerb der Puerto Ricaner liegt im Tourismus

Geographische Lage von Puerto Rico

Koordinaten 18° N, 66° W Fläche 9104 km²
Landfläche 8959 km² Wasserfläche 145 km²
Höchster Punkt Cerro La Punta 1.338 Meter Landesgrenze -
Größte Insel - Küste 501 km
Größter See Rio de la Plata 97 Kilometer

Puerto Rico ist von Südamerika 800 km in südlicher Richtung entfernt. Mitten in der Karibik gelegen, gehört die Inselgruppe zu den Großen Antillen. Auf die Gesamtfläche von 9.104 km² entfallen 145 km² auf das Wasser zwischen den Inseln, die zusammen mit der Hauptinsel den Inselstaat ausmachen. Der höchste Berg, Cerro la Punta, ragt 1.338 Meter in die Höhe. Ansonsten ist die bergige Landschaft von Hügeln und Bergen gekennzeichnet, die insgesamt 60 Prozent der Landfläche ausmachen. Der Rest wird von tropischen Wäldern und von Wüstengebieten eingenommen, was insgesamt zu einem ganzjährig ausgeglichenen, tropischen Klima führt.

Wichtige Städte in Puerto Rico

San Juan


Geografische Lage:  18° 27‘ N, 66° 4’W 18.452-66.07
Fläche:  199,2 km², davon 123,9 km² Festland
Einwohner:  434.374 (Stand 2000)
Einwohner Metropolregion San Juan: 2.509.007
Bevölkerungsdichte:  3.505,8 Einwohner pro km²
Sprache: Spanisch und Englisch


San Juan ist mit seinen mehr als 434.000 Einwohnern nicht nur die größte Stadt auf Puerto Rico, sondern auch die Hauptstadt. Sie stellt gleichzeitig den bedeutendsten Seehafen der Region. San Juan ist das wirtschaftliche und industrielle Zentrum des Inselstaates und gilt gleichzeitig als touristisches Zentrum. Im Umland haben sich 2,5 Millionen Menschen angesiedelt. Damit leben in und um San Juan mehr als die Hälfte aller Einwohner Puerto Ricos. Die Stadt wurde im Jahr 1521 von den spanischen Eroberern gegründet. Die Festung La Foraleza wurde einst zum Zwecke der Verteidigung gegründet, was vier Jahrhunderte lang auch erforderlich war. Heute zählen sowohl die Altstadt von San Juan als auch die Festung La Forazela zu den Weltkulturerben der UNESCO.

Bevölkerung in Puerto Rico

Einwohner 3 Durchschnittsalter 34
Einwohner pro km² 418 Analphabetenrate 5
Bevölkerungswachstum - Religion Christlich
Lebenserwartung Frauen 83 Jahre Lebenserwartung Männer 75 Jahre

Die fast vier Millionen Einwohner sind auf 78 Gemeinden aufgeteilt, wobei die größte Bevölkerungsdichte rund um die Hauptstadt San Juan besteht. Zusammen mit der Metropolregion zählt San Juan rund 2,5 Millionen Bürger. 87 Prozent davon haben einen Einwanderungshintergrund in ihrer Geschichte. So ist ein großer Teil davon spanischer Abstammung, eine weitere Gruppe zählt sich zu den Nachkommen einstiger afrikanischer Sklaven. Der größte Teil der Bürger, nämlich 93 Prozent, spricht als Muttersprache Spanisch. Englisch ist nur wenig vertreten, obwohl es offiziell zusammen mit Spanisch als Amtssprache zählt. Mit 85 % ist das katholische Christentum am häufigsten vertreten. 15 % der Bevölkerung sind Protestanten. Es finden sich auch indianische Naturreligionen, die allerdings nur noch wenig verbreitet sind.

Wirtschaft in Puerto Rico

BIP 76.300.000.000 USD
BIP pro Kopf 19.428 USD
Anteil Landwirtschaft -
Anteil Industrie -
Anteil Dienstleistungssektor -

Puerto Rico zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsländern der lateinamerikanischen Region. Das liegt auch an der Produktion von Zuckerrohr, der in der südamerikanischen Wirtschaft eine große Rolle spielt. Um die Wirtschaft zu stützen, leisten die USA hohe Subventionen, was wiederum zu einer beachtlichen Stabilität führt. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Neben Zuckerrohr und Tabak, werden auch Ananas, Ingwer, Bananen und Kaffee angebaut und Gewinn bringend vermarktet. Die Produktion von Rum ist für Puerto Rico ebenfalls ein stabiler Wirtschaftszweig. Eine weitere wichtige Sparte ist der erfolgreich betriebene Fischfang. Auf Puerto Rico findet man aber auch Industrieunternehmen, die sich in den Branchen Maschinenbau, Textilindustrie und Chemie betätigen. Die Nahrungsmittelindustrie geht mit der landwirtschaftlichen Produktion Hand in Hand. Einige Unternehmen beschäftigen sich auch mit der pharmazeutischen Herstellung. Einen nicht unwichtigen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nimmt der Tourismus ein. Unter den zahlreichen Urlaubsgästen sind überwiegend US-Bürger zu finden, welche die karibische Insel als Urlaubsziel sehr schätzen.

Geschichte von Puerto Rico

Die Geschichte Puerto Ricos blickt auf 4000 ereignisreiche Jahre zurück. Die erste nachgewiesene Besiedelung der Inselgruppe fand nämlich schon 2000 bis 3000 v.Chr. statt. Verschiedenen Volksstämmen bot ­das Archipel  eine Heimat, bis die Letzten von ihnen im 16. Jahrhundert ausstarben. Gründe dafür waren kriegerische Ereignisse, Hunger, Ausbeutung und Krankheiten. Die Ureinwohner waren den erobernden Spaniern eben in keinster Weise gewachsen. Seine geografische Lage in der nordöstlichen Karibik machte Puerto Rico zu einem wichtigen Ort in Bezug auf die Kolonisation durch die Spanier. So wurde der heute friedliche Ort in zurückliegenden Zeiten auch für militärische Zwecke benutzt. Schon im 16., 17. und 18. Jahrhundert richteten die Spanier auf Puerto Rico einen Militärstützpunkt ein. Es ging um die Vorherrschaft in der Region und diese wollten die Spanier mit allen Mitteln erwerben und verteidigen. Wer Puerto Rico fest im Griff hatte, befand sich schon mehr als auf dem halben Weg zwischen Europa und weiteren lukrativen Zielen, die erobert werden sollten. Dazu ­zählten ­Kuba, Mittelamerika, Teile Südamerikas und Mexiko. Dieser Posten konnte auch am längsten gehalten werden und so war Puerto Rico zusammen mit Kuba die letzten Kolonien Spaniens, die bis zum Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges gehalten werden konnten. Der Wechsel der Besatzer folgte im Anschluss daran, als 1898 die USA die Führung übernahmen. Es folgten friedliche Jahrzehnte, die der Bevölkerung Schritt für Schritt die Einführung der Demokratie brachte. Im Jahr 1952 gab es die ersten demokratischen Wahlen. Die Einwohner Puerto Ricos sind im Genuss der Bürgerrechte der USA, der politische Status ist jedoch noch immer umstritten. So haben die Einwohner zwar die amerikanische Staatsbürgerschaft, dürfen aber nicht an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen, es sei denn, sie haben in einem der 50 US-Staaten einen weiteren Wohnsitz. Puerto Rico ist im US-Kongress mit einem Abgeordneten vertreten, der allerdings kein Stimmrecht hat. Die Regierung wird von einem frei gewählten Gouverneur ausgeübt. Es gibt ein Parlament, das aus Abgeordnetenhaus und Senat besteht. Einem Teil seiner Geschichte muss Puerto Rico treu bleiben, denn was früher die Spanier an dem Inselstaat gut genug für einen Militärstützpunkt fanden, erscheint nun den Amerikanern gut genug für ein Übungsfeld. Die kleinste Insel des Archipels, ­Vieques, war bis zum Jahr 2003 Schauplatz von militärisch-technischen Übungen. Mit Druck aus der Bevölkerung konnte erreicht werden, dass auch diese Ära ein Ende fand.