Reiseführer Rumänien

Fotos Rumänien

  • Rumänische Berglandschaft
  • Bukarester Parlament
  • Brasov - Die Kronstadt
  • Palatul Parlamentului - Das Bukarester Parlament
  • Burg Bran im Sonnenlicht
  • Schloss Bran

Rumänien liegt geografisch betrachtet auf einem Gebiet, in welchem Südosteuropa und Mitteleuropa zusammentreffen. Das Land erstreckt sich über den Karpatenbogen zur Pannonischen Tiefebene und liegt am Schwarzen Meer. Gemessen an der Fläche ist Rumänien der neuntgrößte Staat Europas und steht an siebter Stelle, verglichen anhand der Bevölkerungszahl. Die Hauptstadt ist Bukarest, die wegen seiner Weltoffenheit und architektonischer Voraussetzungen auch „Paris des Ostens“ genannt wird. Rumäniens Staatsgebiet grenzt an fünf Staaten: Bulgarien, Serbien, Ungarn, Ukraine und Moldawien. Einen Teil der Staatsgrenzen übernimmt die Donau mit ihrem Flusslauf. Die geschichtliche Entstehung des heutigen Rumäniens geht auf den Zusammenschluss der Fürstentümer Moldau und Walachei im Jahr 1859 zurück. Siebenbürgen – auch Transsilvanien genannt – kam 1918 dazu.

In Zeiten des Kalten Krieges war Rumänien Mitglied des Warschauer Paktes. Nach der Revolution 1989 öffnete sich das Land politisch gesehen in westlicher Richtung, der Beitritt zur NATO erfolgte 2004, zur Europäischen Union 2007.


Die Bevölkerung setzt sich überwiegend aus Menschen mit ethnisch rumänischer Abstammung zusammen. Eine kleine Minderheit stellt die deutschstämmige Bevölkerungsgruppe dar, die auch Siebenbürger Sachsen genannt wird und aufgrund Überalterung einer Dezimierung unterliegt. Roma sind eine weitere Minderheit, die sich im Land gegen einige Widerstände durchsetzen müssen. In einigen Teilen des Landes sind Ungarn ansässig. Das Land hat keine Staatsreligion, die meisten Rumänen sind in der christlichen Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Einige wenige Katholiken, Protestanten und Muslime machen den restlichen Anteil der Bevölkerung aus, konfessionslos sind nur 0,2 % der Einwohner.


Bei kontinental gemäßigtem Klima liegt die beste Jahreszeit für eine Reise nach Rumänien in den Monaten April bis Oktober, wobei die Karpaten und die Schwarzmeerküste jeweils Einschränkungen mit sich bringen. Für einen Badeurlaub eignen sich besonders die Herbstmonate September und Oktober. Wer Städte besichtigen will oder auf Schloss Bran in Transsilvanien nach den Spuren von Graf Dracula suchen möchte, kann sich ganzjährig auf den Weg machen, wobei es in den Bergen der Karpaten im Winter zu Dauerfrost kommen kann.

Geographische Lage von Rumänien

Koordinaten 46°N, 25°O Fläche 237500 km²
Landfläche 238391 km² Wasserfläche 7160 km²
Höchster Punkt Molodoveanu, 2.544 m Landesgrenze 3150 km
Größte Insel - Küste 225 km
Größter See Donau, 1.075 km

Rumänien erstreckt sich mit einer Gesamtfläche von knapp 240.000 km² auf einem Gebiet, das den Regionen Mittel-, Süd- und Osteuropa zuzurechnen ist. Die Grenzen verlaufen zum Teil entlang der Donau, die damit Rumänien im Süden von Bulgarien trennt und im Südwesten nach Serbien. Die nördliche Grenze verläuft zur Ukraine, die nördliche und östliche zu Moldawien. Im Westen verläuft außerdem die Grenze zu Ungarn. Die rumänische Landschaft besteht in etwa zu gleichen Teilen aus Gebirge, Hochland und Ebenen. Die Karpaten liegen fast zur Hälfte auf rumänischem Gebiet. Sie prägen das Land nicht nur in landschaftlicher Hinsicht, sondern stellen auch eine natürliche Abgrenzung unter den Regionen Moldau, Walachei und Siebenbürgen dar, das auch als Transsilvanien bezeichnet wird. Das Siebenbürgische Hochland stellt geografisch betrachtet das Zentrum des Landes dar. Die Rumänischen Westkarpaten bilden eine Abgrenzung der zentralen Regionen zur Pannonischen Tiefebene. Diese Gebiete werden dem Banat, dem Kreischgebiet und den Maramures zugerechnet. Bukowina liegt im Norden Rumäniens, während die Dobrudscha im Osten am Schwarzen Meer zu finden ist. Der wichtigste Fluss ist die Donau. Sie stellt nicht nur einen Teil der Staatsgrenze dar, sondern gilt auch als wichtiger Verkehrsweg für die Schifffahrt. Weitere bedeutende Flüsse sind die Theiß, der Pruth und der Sereth.

Wichtige Städte in Rumänien

Bukarest


Geografische Lage: 44°26’N, 26°6‘O
Fläche: 228 km²
Einwohner: 1.944.367 (Stand 2009)
Bevölkerungsdichte: 8.528 Einwohner pro km²
Sprache: Rumänisch


Bukarest steht im Rang der größten europäischen Städte auf Platz 6. Die Erhebung zur Hauptstadt der Walachei und später Rumäniens erfolgte im Jahr 1659. Der Beiname „Paris des Ostens“ basiert auf französischen Einflüssen beim Baustil und aufgrund seiner weltoffen angelegten Kultur. Bukarest liegt mitten in der Walachischen Tiefebene. Zur Schwarzmeerküste sind es ca. 280 km in östlicher Richtung. Aufgrund der geologischen Lage zwischen der Schwarzmeer-Mikroplatte und der Moesischen Platte ist das Gebiet rund um Bukarest von einer erhöhten Erdbebengefahr betroffen. Das Klima kann als gemäßigt-kontinental bezeichnet werden, wobei es zu vergleichsweise kalten Wintern kommt.
Aufgrund ihrer Funktion als kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Landes, zieht die Stadt schon seit ihrer Erhebung zur Hauptstadt Zuwanderer an. Der Bevölkerungsanstieg machte in der Ära Ceausescu sogar den Bau völlig neuer Stadtteile erforderlich. Nach dem Ende des Kommunismus erfolgte ein teilweiser Wegzug in ländlichere Gebiete oder in die Städte, aus der die einst Arbeitssuchenden stammten. Dazu kam die Landflucht einiger wohlhabender Bürger. Alles zusammen führte zu einem Rückgang der Einwohnerzahl, dennoch ist Bukarest mit ca. 1,9 Millionen Bürgern die Stadt mit den meisten Einwohnern Rumäniens.

Bevölkerung in Rumänien

Einwohner 21.498.616 Durchschnittsalter 37
Einwohner pro km² 93 Analphabetenrate 2
Bevölkerungswachstum - Religion Rumänisch-orthodox: 87%
Lebenserwartung Frauen 75 Jahre Lebenserwartung Männer 68 Jahre

Ab dem Zweiten Weltkrieg war zunächst ein stetiger Anstieg der Bevölkerung zu verzeichnen. Seit den umstürzenden Ereignissen Ende der Achtzigerjahre sinken die Geburtenzahlen, so dass sich insgesamt ein rückläufiges Wachstum verzeichnen lässt. Mit der statistischen Bevölkerungsdichte von ca. 90 Einwohnern pro km² liegt Rumänien unter dem europäischen Durchschnitt. Mit knapp 90 % stellen die Rumänen selbst den größten Anteil an der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung. Dazu kommen ungarisch-stämmige Einwohner mit ca. 7 %, Roma mit ca. 2,5 % und ein stetig sinkender Anteil Deutschstämmiger, die hauptsächlich als Siebenbürger Sachsen in den Gebieten Banat und bei Satu Mare leben. Außerdem leben zahlreiche Minderheiten in Rumänien, wie beispielsweise Ukrainer, Serben, Tataren, Türken, und Tschechen. Die Amtssprache ist Rumänisch, daneben spricht fast jede Minderheit ihre eigene, nationalbezogene Sprache. Als häufig gesprochene Fremdsprachen zählen Französisch, Englisch und Deutsch.
In Rumänien ist das Christentum die vorherrschende Religion, es gibt jedoch keine offizielle Staatsreligion. Ca. 87 % der Bevölkerung gehören der Rumänisch-Orthodoxen Kirche an, Protestanten sind zu weniger als 10 % vertreten, Katholiken mit ca. 5 %. Muslime sind mit weniger als 0.5 % anzuführen.

Wirtschaft in Rumänien

BIP 81.476.000.000 USD
BIP pro Kopf 3.653 USD
Anteil Landwirtschaft 10 %
Anteil Industrie 36 %
Anteil Dienstleistungssektor 53 %

Die Wirtschaft des Landes ist seit dem Ende der kommunistischen Ära 1990 marktwirtschaftlich und westlich orientiert. Der Aufschwung ist kontinuierlich, geht aber langsam vorwärts. Rumänien kann auf Bodenschätze zurückgreifen, wie Erdgas, Kohle, Gold, Erdöl und Salz. Etwa 40 % der Landfläche dienen der landwirtschaftlichen Nutzung. Damit wird eine gesamtwirtschaftliche Beteiligung von unter 10 % erreicht. Der zweitstärkste Wirtschaftsfaktor wird durch die Industrie gestellt. Zum Anteil von ca. 36 % tragen die Elektronik- und Computerbranche bei, die auch Telekommunikation einschließt. Dazu kommt die Produktion von Unterhaltungselektronik und Zubehör. Die Chemieindustrie, Pharmaindustrie, der Schiffbau und die Stahlproduktion, Textil- und Schuhherstellung sowie die Produktion von Lebensmitteln zählen ebenfalls dazu. In zunehmendem Maße boomen die Baubranche und die Autoindustrie.
Der stärkste Wirtschaftsfaktor ist der Dienstleistungssektor mit dem Hauptstandbein Tourismus, der sich auf die Schwarzmeerküste konzentriert, aber auch auf Städte und Karpaten.

Geschichte von Rumänien

Ca. 100 n.Chr. fand die Provinz Draca Erwähnung, als heutiges rumänisches Gebiet dem Römischen Reich zugeschlagen wurde. Dazu gehörten das heutige Siebenbürgen, Oltenien und das Banat. Nachdem die vorhandenen Goldvorkommen ausgeschöpft waren und der militärische Druck der Nachbarländer zu hoch wurde, gab der damalige römische Kaiser Aurelian im Jahr 275 die Region wieder auf. Das anschließende Zeitalter der Völkerwanderung brachte verschiedene fremde Volksstämme in das Land, die wechselseitig und jeweils kurzzeitig die Herrschaft übernahmen. Im Mittelalter war die politische Ordnung des Landes von den Ungarn abhängig.

Die Walachei wurde unter Fürst Basarab I. nach einem Kampf gegen die ungarische Herrschaft als erstes unabhängig, danach folgte das Fürstentum Moldau. Siebenbürgen erhielt eine Autonomie, die jedoch immer noch unter ungarischem Einfluss stand. Im 14. Jahrhundert orientierte sich die Walachei am Einfluss des Osmanischen Reiches. Sowohl Siebenbürgen, als auch Moldau und Walachei blieben im Kampf gegen die Türken zwar unabhängig, wurden aber tributpflichtig. Das Königreich Ungarn verlor seine Macht ab dem 16. Jahrhundert und damit wurde Siebenbürgen eigenständig. Die Walachei und Moldau waren dagegen noch mehr dem Einfluss und dem Druck des Osmanischen Reiches ausgeliefert. Beide Fürstentümer wurden zu Vasallenstaaten. Der Banat, der Budschak und die Dobrudscha wurden sogar ganz von den Türken eingenommen. Die osmanische Vorherrschaft dauerte an, bis im 17. und 18. Jahrhundert die Monarchie der Habsburger in die rumänische Geschichte eintrat. Die Übernahme der Herrschaft über Siebenbürgen, Banat, Oltenien und Bukowina brachte der Bevölkerung allerdings keine spürbare Entlastung. Mit Russland kam Anfang des 19. Jahrhunderts eine weitere ausländische Macht dazu, die Einfluss auf das Land nahm.


Das Revolutionsjahr 1848 brachte den Beginn von Einheitsbestrebungen unter den rumänischen Fürstentümern mit sich, die 1881 zur Schaffung des Königreichs Rumänien führte. Bis nach dem Ersten Weltkrieg Großrumänien ausgerufen werden konnte, vergingen einige Jahrzehnte, die vom Balkankrieg, Ungarisch-Rumänischen Krieg und weiteren Krisen gekennzeichnet waren. Durch seine Orientierung an Deutschland während des Zweiten Weltkriegs verlor Rumänien einige seiner Gebiete wieder. Der damalige König Mihai I. wurde abgesetzt, die Monarchie war damit beendet. Das Land wurde nach kommunistischen Prinzipien geformt und entwickelte sich unter russischem Einfluss. 1955 erfolgte der Beitritt zum Warschauer Pakt. Die Sozialistische Republik Rumänien wurde im Jahr 1965 unter Nicolae Ceausescu gegründet, dessen Machtperiode 1989 endete. Der neue Präsident, Ion Iliescu stand nun an der Spitze eines demokratischen Staates, der die Marktwirtschaft einführte und sich zum Westen hin orientierte. Der Eintritt in die NATO erfolgte 2004.
Rumänien ist heute eine Parlamentarische Republik.