Reiseführer Schweiz

Fotos Schweiz

  • Schweizer Alpenmilchkuh
  • Schweizer Bergpanorama
  • Wenn der Berg ruft - Alphornbläser in der Schweiz
  • Die Kirchenfeldbrücke in Bern
  • Die Berner Innenstadt
  • Der Bodensee von Bern aus betrachtet

Die korrekte Bezeichnung des Landes lautet „Schweizerische Eidgenossenschaft“. Es handelt sich um ein Land in Mitteleuropa, das rundum von anderen Ländern eingegrenzt wird ohne Zugang zu einem Gewässer oder Meer im Binnenland liegt. Die unmittelbar angrenzenden Länder sind Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein und Österreich. Die Schweizer Neutralität geht bereits auf den Dreißigjährigen Krieg zurück, als sich das Land zur „immerwährenden bewaffneten Neutralität“ verpflichtete. Zu Eidgenossen wurden die Schweizer, als sich 1291 beim Rütli-Schwur die Vertreter der Urkantone zum Bündnis zusammenfanden und einen Eid darauf leisteten. Seitdem existiert der Staatenbund, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder eine Veränderung erfuhr, aber nie den unabhängigen und losen Bundescharakter verloren hat. Das Land ist in 26 Kantone aufgeteilt.

Die Landesfläche wird von den Alpen dominiert, sie nehmen einen Anteil von über 60 % ein.
Die Schweiz hat keine offizielle Hauptstadt. Bern hat zwar die Funktion einer Hauptstadt, ist aber lediglich als Bundesstadt bezeichnet. Die historische Altstadt ist aufgrund seiner besonderen Architektur an Wohnhäusern sehenswert.


Die Schweiz gilt als wohlhabendes Land mit einer überaus stabilen Wirtschaft. Der Euro wurde hier nicht als Währung eingeführt, stattdessen blieb der Schweizer Franken als solide Währung erhalten. Die Wirtschaft und die sonstigen positiven Verhältnisse des Landes ziehen Arbeitnehmer aus dem Ausland an, was man in erhöhtem Maß an demagogischen Erhebungen registrieren kann.
Der Schweizer Käse und Schokolade gelten als kulinarische Botschafter des Landes, während Präzisionsuhren in technischer Hinsicht die Welt erobern. Die baulichen Sehenswürdigkeiten im Land sind überwiegend in den Städten zu finden, wie Bern, Luzern, Lugano oder Basel. Ansonsten gibt es eine beeindruckende Bergwelt und gleichzeitig maritim anmutende Seenlandschaften. Für die unterschiedlichen Klimazonen sind die Alpen verantwortlich, welche das Land in dieser Hinsicht in den Süden und den Norden teilen.

Geographische Lage von Schweiz

Koordinaten 47°N, 8°O Fläche 41290 km²
Landfläche 39770 km² Wasserfläche 1520 km²
Höchster Punkt Dufourspitze, 4.634 m Landesgrenze 1852 km
Größte Insel - Küste -
Größter See -

Mit einer maximalen Nord-Süd Ausdehnung von 220,1 km und einer weitesten West-Ost Entfernung von 348,4 km erstreckt sich das Gebiet der Schweiz in Mitteleuropa. Die Grenzen verlaufen im Norden zu Deutschland, im Osten zu Österreich und zu Liechtenstein, im Süden zu Italien und im Westen zu Frankreich. Die Dufourspitze bildet mit 4.634 m den höchsten Punkt des Landes – der tiefste Punkt ist am Lago Maggiore (193 m ü.NN). Das Land kann in drei landschaftliche Regionen aufgeteilt werden: Jura, Mittelland und Alpen. Zu den Voralpen und Alpen gehört 60 % der gesamten Fläche, dem Mittelland werden 30 % zugerechnet und dem Jura 10 %.

In den Schweizer Alpen findet man bekannte Ziele für den Wintertourismus. Dort ist auch der Schweizer Nationalpark angesiedelt. Das Gebirge besteht aus 74 Viertausendern, von denen 19 mit dem Nachbarland Italien geteilt werden. Mehr als 1000 Dreitausender und über 2000 Gipfel mit einer Höhe über 2000 m, geben dem Land den Beinamen „Dach der Welt“. Durch die exponierte Höhenlage, die auch als Wasserscheide fungiert, entspringen in der Schweiz mehrere Flüsse, so auch zwei der längsten europäischen Flüsse, die Rhone und der Rhein. Die wichtigsten Seen sind der Genfer See, der Bodensee (anteilig), der Lago Maggiore, der Vierwaldstätter See und der Zürichsee. Insgesamt bedecken die 1.500 Seen einen Anteil von ca. 4 % der gesamten Landesfläche. Wald ist auf 30 % der Fläche zu finden. Während in den Alpen Nadelhölzer verbreitet sind, sind im Mittelland und im Jura Mischwälder und Laubwälder heimisch. Am Lago Maggiore wachsen aufgrund des mediterranen Klimas Palmen.


Die größte Stadt des Landes ist Zürich mit ca. 390.000 Einwohnern. Es folgen Genf, Basel, Lausanne und Bern.

Wichtige Städte in Schweiz

Bern

Es gibt offizielle keine Hauptstadt der Schweiz, inoffiziell wird Bern als solche geführt. Die Stadt ist als Bundesstadt bezeichnet und gilt als Verwaltungszentrum der Schweiz. Bern steht in der Liste der größten Städte der Schweiz an fünfter Stelle. Zusammen mit der Agglomeration hat Bern eine Einwohnerzahl von 349.000 Menschen, davon entfallen auf die Bundesstadt ca. 130.000. Der Anteil von Berner Bürgern, die keinen Schweizer Pass, sondern den einer anderen Nationalität haben, beträgt mehr als 20 %. Das Stadtbild mit seinen Laubengängen an den historischen Häusern wurde in die Liste des UNESCO Welterbes aufgenommen. Die Stadt ist in sechs Stadtteile gegliedert, die insgesamt 32 Quartiere zählen.

Bevölkerung in Schweiz

Einwohner 7.785.806 Durchschnittsalter 40
Einwohner pro km² 189 Analphabetenrate -
Bevölkerungswachstum - Religion -
Lebenserwartung Frauen 84 Jahre Lebenserwartung Männer 78 Jahre

Die Schweiz ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern dicht besiedelt, wobei das Mittelland besonders bevorzugt wird. Die Entwicklung der Einwohnerzahl zeichnet sich mit einer Verdoppelung seit Anfang des 20. Jahrhunderts ab. Seit den Achtzigerjahren ist eine gleichbleibende mit leicht steigender Tendenz zu beobachten. Dafür verschiebt sich das Verhältnis zwischen Eidgenossen und Bürgern mit ausländischem Pass zu Gunsten der internationalen Einwohner.


Die vier offiziellen Amtssprachen werden zu folgenden Anteilen gesprochen: Deutsch 63,7 %, Französisch 20,4 %, Italienisch 6,5 % und Rätoromanisch 0,5 %. Schweizerdeutsch ist eine Zusammenfassung mehrerer Dialekte, die es nur in der gesprochenen Form gibt. Schriftdeutsch entspricht Standarddeutsch. Die Zuteilung der verschiedenen Sprachen in die jeweiligen Regionen ist rechtlich den Kantonen zugesprochen. Es gibt auch zweisprachige Gemeinden.


Fremdsprachen sind jeweils eine zweite Landessprache und Englisch. In der Schweizer Verfassung ist Religionsfreiheit festgeschrieben. Das Christentum ist weit verbreitet, dem islamischen Glauben gehören 18 % der Bevölkerung an.

Wirtschaft in Schweiz

BIP 353.464.000.000 USD
BIP pro Kopf 46.987 USD
Anteil Landwirtschaft -
Anteil Industrie -
Anteil Dienstleistungssektor -

Das Land zählt zu den reichsten und volkswirtschaftlich stabilsten Ländern der Welt. Gemessen an der internationalen Wettbewerbsfähigkeit rangiert die Schweiz auf Platz 1. Die Rolle der Landwirtschaft kann im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang vernachlässigt werden. Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt erwirtschaftet die Industrie. Im Vordergrund steht die Uhrenindustrie, gefolgt von Maschinenbau und Textilindustrie. Außer Uhren ist die Schweiz auch für die Produktion von Präzisionsinstrumenten bekannt, so spielt auch die Medizintechnik eine große Rolle. Im Dienstleistungssektor sind Tourismus, Banken- und Finanzwesen und Handel, sowie das Gesundheitswesen und die Bildungsbranche stark vertreten.

Geschichte von Schweiz

Schon vor der Eiszeit war das Gebiet der heutigen Schweiz menschlich besiedelt. Später kamen Kelten ins Land und begannen mit einer intensiveren Besiedelung insbesondere rund um den heutigen Ort La Téne, durch den der Begriff Laténekultur entstanden ist. Bereits zur Eisenzeit wurden Handelsbeziehungen mit den Griechen gepflegt. Julius Cäsar ist wohl dafür verantwortlich, dass es Aufzeichnungen über die Völkerstämme gibt, die zu seiner Zeit auf dem Gebiet der heutigen Schweiz lebten. In seiner Schrift De Bello Gallico sind Helvetier, Lepontier, Seduner und Raetier erwähnt. Zunächst wurden alle Römer, denn das Römische Reich dehnte sich über die heutigen Grenzen der Schweiz aus. Danach kamen Alemannen und Burgunder ins Land, die als germanische Stämme sich mit den Kelten vermischten. Die romanischen Sprachen hielten sich in bestimmten Regionen, damit war der Grundstein für die Sprachenvielfalt in der Schweiz gelegt. Im 8. Jahrhundert eroberten die Franken das Gebiet und integrierten die Region in das Fränkische Reich.

Später wurde dieses Reich geteilt und somit wurde die spätere Schweiz ein Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Nun begannen die vorhandenen Alpenpässe eine wichtige Rolle zu spielen. Nach dem Tod des Herrschers Rudolf I. schlossen sich de Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden zu einem Bund zusammen, der ihre „alten Freiheiten“ bewahren sollte. Die Beschwörung dieses Bundes 1291 fand auf dem Rütli statt, einer Wiese beim Vierwaldstätter See. Dieser Vorgang ging als Rütli-Schwur in die Geschichte ein. Die Bezeichnung Eidgenossen ist ebenfalls darauf zurückzuführen. Es folgten mehrere Jahrhunderte, die von Auseinandersetzungen mit den benachbarten Herrscherhäusern genauso geprägt waren, wie vom Drang nach Unabhängigkeit. Gleichzeitig expandierte das Gebiet der Eidgenossen Richtung Italien, um selbst die Kontrolle über die strategisch wichtigen Alpenpässe zu bekommen. In diesem Zusammenhang ist die Gründung der Schweizer Garde durch Papst Julius II. zu sehen, die bis heute zum Schutz des jeweils aktuellen Oberhirten im Vatikan Dienst tut.

Mit der Reformation, die von Ulrich Zwingli 1519 eingeleitet wurde, begann eine Zeit der innenpolitischen Unruhen, die auch von religiösen Zwistigkeiten geprägt war und die ihr vorläufiges Ende im Jahr 1536 mit dem Helvetischen Bekenntnis fanden. Darin vereinigten sich Zwingli-Anhänger und Calvinisten und gründeten die Reformierte Kirche. Die sprichwörtliche Neutralität der Schweiz ist auf den Dreißigjährigen Krieg zurückzuführen, in dessen Verlauf sich die Schweiz zur „immerwährenden bewaffneten Neutralität“ verpflichtete. Damit war auch für die Kriege der folgenden Jahrhunderte ein neutrales Verhalten manifestiert.

1648 wurde die Schweiz durch den Westfälischen Frieden aus dem Heiligen Römischen Reich ausgegliedert und erhielt die völkerrechtliche Souveränität. 1798 besetzten die Franzosen das Land, das als Alte Eidgenossenschaft bezeichnet wurde und nun Helvetische Republik heißen sollte. Nur kurz darauf wurde das Land in Schweizerische Eidgenossenschaft umgetauft, was auch mit einer föderalistischen Verfassung verbunden wurde. Beim Wiener Kongress wurden die Grenzen der Schweiz anerkannt. Die bereits bestehende Neutralität wurde nicht nur bestätigt, sondern auch verordnet. Nach dem Sonderbundskrieg erhielt die Schweiz ihre Bundesverfassung und wurde zum Bundesstaat erklärt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand eine starke Bewegung der Industrialisierung statt. Die Neutralität des Staates konnte auch während der beiden Weltkriege fortgesetzt werden.


Heute ist die Schweiz ein republikanisch organisierter Bundesstaat mit stark ausgeprägter Basisdemokratie, einem ebenso deutlichen Föderalismus und ihrer immer noch gültigen Neutralität.