Reiseführer Thailand

Fotos Thailand

  • Blumenmarkt in Bangkok
  • Aufgereihte Buddhastatuen in Thailand
  • Hinduistische Götterstatue in Thailand
  • Maya Bay, Thailand
  • Taucherparadies Thailand

Das Königreich Thailand erstreckt sich auf weite Flächen Südostasiens und nimmt auch noch einen Teil der Malaiischen Halbinsel ein. Die Landesgrenzen verlaufen zu Myanmar, Laos, Kambodscha und Malaysia. 75 % der Bevölkerung gehören ethnisch zum Volk der Thai, das bereits im 11. Jahrhundert ins Land kam. Ca. 15 % der Einwohner sind Chinesen. Die Malaysische Minderheit ist überwiegend muslimisch geprägt, während im Land ansonsten der Buddhismus bei fast 95 % der Bevölkerung verbreitet ist. Zu einer weiteren Minderheit gehören einige Bergvölker, deren Überleben allerdings als bedroht bezeichnet werden muss.

Die Geschichte des Landes ist seit dem Zweiten Weltkrieg immer wieder von Unruhen und Umstürzen geprägt. Die innere Sicherheit ist nicht immer von konstanter Stabilität gekennzeichnet. Aktuell ist Thailand eine konstitutionelle Monarchie. Wirtschaftlich betrachtet erlebte Thailand bis zur Asienkrise in den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts einen Aufschwung. Nach dem Einbruch erholt sich die Wirtschaft, auch dank Tourismus, aber hauptsächlich durch die starke Industrie. Hauptsächlich werden unter japanischer Firmierung Kraftfahrzeuge hergestellt und exportiert. Einen weiteren Exportschwerpunkt hat das Land in der Vermarktung von Teakholz.

Die einstige landwirtschaftlich geprägte Wirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten zugunsten einer deutlich erkennbaren Industrialisierung gewandelt. Die westliche Orientierung bei Wirtschaft und Kultur ist auch am Stadtbild der Hauptstadt Bangkok zu erkennen, das mit seiner Skyline von Hochhäusern und Bankengebäuden geprägt ist. Ein ganz anderes, aber umso typisches Landschaftsbild ist rund um die Inselgruppe Tarutao zu finden, die mit ihren Stränden zu den schönsten der Welt zählt. Als spezifisches Touristenzentrum gilt Ko Samui mit seinen lebhaften Urlaubsorten, die sich an die Erwartungen vorwiegend westlicher Besucher angepasst haben.

Geographische Lage von Thailand

Koordinaten 15°N, 101°O Fläche 514000 km²
Landfläche 511770 km² Wasserfläche 2230 km²
Höchster Punkt Doi Inthanon, 2.576 m Landesgrenze 4863 km
Größte Insel - Küste 3219 km
Größter See Längster Fluss: Menam, ca. 1000 km

Thailand ist ein Königreich in Südostasien. Die Landfläche erstreckt sich von den Ausläufern des Himalaya bis zur Malaiischen Halbinsel. Dabei wird der Golf von Thailand umschlossen, der zum Südchinesischen Meer gehört. Die nordwestliche Grenze verläuft zu Myanmar, die nordöstliche zu Laos, während sich südöstlich Kambodscha anschließt. Der südliche, schmale Ausläufer Thailands ragt in die Malaiische Halbinsel hinein und grenzt folglich an Malaysia.

Die höchste Entfernung Nord-Süd beträgt 1.770 km, die weiteste Ost-West Distanz wird mit mehr als 800 km gemessen. In Nordthailand findet man bergige Landschaften vor, die im Doi Inthanon den höchsten Punkt des Landes erreichen. Im Nordosten schließt sich die Khorat Hochebene an, die sich im Sommer sehr trocken und in der Regenzeit überschwemmt zeigt. Die Zentralebene zählt genauso wie die Ostküste des Landes zu den wirtschaftlich wichtigsten Gebieten. Die bedeutendsten Städte Thailands sind neben der Hauptstadt Bangkok Chiang Mai, Nonthaburi und Samut Prakan. Zu den wichtigsten Flüssen zählen der Menam, der Mekong und der Chao Phraya mit ihren diversen Nebenflüssen.


Die ursprünglich natürliche Vegetation mit mehr als 75 % Wald wurde durch Maßnahmen für Infrastruktur mittlerweile auf nur noch ca. 25 % reduziert. Im Süden und im Westen des Landes gibt es tropischen Regenwald, der wertvolle Hölzer zur Verarbeitung für die pharmazeutische Industrie bereithält. Hier wächst auch der Teakbaum, der zu Exportzwecken verwendet wird. In den Küstengebieten wachsen Mangrovenwälder.

Wichtige Städte in Thailand

Bangkok


Geografische Lage: 13°45’N, 100°31‘O
Fläche: 1.565,2 km²
Einwohner:  7.025.000
Bevölkerungsdichte: 4.488 Einwohner pro km²
Sprache:  Thai, Englisch


Die Hauptstadt Bangkok zählt mehr als 7 Millionen Einwohner, zusammen mit der Metropolregion ca. 12 Millionen Bürger. Die größte Stadt des Landes gilt als politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Thailands. Bangkok liegt am Übergang von der Indonesischen zur Malaiischen Halbinsel am Fluss Chao Phraya. Das Klima ist aufgrund der geografischen Lage der Stadt überwiegend tropisch geprägt. Im April erreicht das Thermometer eine übliche Höchsttemperatur von 35°Celsius. Der Dezember gilt mit Höchsttemperaturen um 31°Celsius als kältester Monat. Die Stadt hat mit großen Umweltproblemen zu kämpfen, was sich auch an häufig vorkommenden gesundheitlichen Beschwerden der Bewohner bemerkbar macht. Das heutige Stadtbild ist von modernen Strukturen geprägt. Die Skyline von Bangkok zeigt die beeindruckende Architektur des 20. Jahrhunderts.

Bevölkerung in Thailand

Einwohner 64.185.502 Durchschnittsalter 32
Einwohner pro km² 125 Analphabetenrate 7
Bevölkerungswachstum 1 % Religion Buddhismus: 95% Islam: 5%
Lebenserwartung Frauen 75 Jahre Lebenserwartung Männer 70 Jahre

Thailand gehört zu den 20 bevölkerungsreichsten Ländern der Welt. Ca. 75 % der Bevölkerung sind Thai, 15 % sind Nachfahren von Chinesen, 4 % sind Malaien und der restliche geringe Anteil verteilt sich auf heterogene Bergvölker und Flüchtlinge aus Vietnam und Myanmar. Der chinesische Bevölkerungsanteil nimmt eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben des Landes ein. Die Bergvölker gelten in weiten Teilen als bedroht. Die Amtssprache ist Thai, aber es gibt noch weitere 73 verschiedene Sprachen in Thailand. Englisch wird im bildungsnahen Bevölkerungsanteil gesprochen und ist vor allem in den Städten fast zum Standard geworden. Ca. 35 % der Bewohner leben in Städten.


Der Buddhismus ist die Religion, die am weitesten verbreitet ist. Gegenüber 94 % Buddhisten stehen ca. 5 % Muslime und ein geringer Prozentsatz Christen und Hindus. Ohne Bekenntnis sind 0,4 %. Die Thailändische Verfassung legt Schutz und Förderung des Buddhismus und anderer Religionen fest.

Wirtschaft in Thailand

BIP 245.659.000 USD
BIP pro Kopf 3.737 USD
Anteil Landwirtschaft 9 %
Anteil Industrie 45 %
Anteil Dienstleistungssektor 46 %

Die thailändische Wirtschaft orientiert sich an den Grundsätzen einer liberalen Marktwirtschaft. Es handelt sich um ein exportstarkes Land, das sich von einstiger landwirtschaftlicher Prägung zum Industrieland entwickelte. Trotz des hohen Stellenwertes des Tourismus nimmt der industrielle Anteil der Gesamtwirtschaft fast die Hälfte am Gesamtvolumen ein. Der Tourismus macht zum Vergleich ca. 10 % aus. Die wichtigste Rolle im Industriesektor spielt die Produktion von Kraftfahrzeugen. Thailand gehört mit seiner Autoindustrie zu den 10 bedeutendsten Herstellerländern, wobei der Markt von japanischen Firmen beherrscht wird. Außerdem ist die Stahlproduktion vertreten, sowie Elektroindustrie, Textilindustrie und Landwirtschaftsproduktion.

Geschichte von Thailand

Das Volk der Khmer beherrschte vom 9. bis zum 12. Jahrhundert auch das heutige Nordostthailand. Im 11. Jahrhundert begann das Thai Volk die Region zu bevölkern. Vermutlich kamen sie aus dem heutigen China und was sie damals begannen, hatte in verschiedenen Abwandlungen bis zum 19. Jahrhundert Gültigkeit. Den ersten Kontakt mit Europäern hatte das Land im 16. Jahrhundert, als Portugiesen die Stadt und Region Malakka einnahmen.

Es folgte eine Zeit des regen Handels mit Europa. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde König Rama I. zum König von Siam gekrönt, wie man Thailand in früheren Zeiten nannte. Er war der Begründer des Königshauses, das heute noch das Land regiert. Einer seiner Nachfolger, Rama V. gilt als der wesentlichste Reformer des Landes, der für eine Verbesserung der Bildung nach westlichem Vorbild sorgte, aber auch die Wehrpflicht und ein Abgabensystem einführte. Eine seiner Errungenschaften war auch die Abschaffung der Sklaverei und der Beginn von Eisenbahn- und Straßenbau. Gleichzeitig erreichte die Einwanderungsquote aus China Spitzenzahlen, wobei sich parallel dazu China feindliche Tendenzen im Land breitmachten.

Nach dem Ersten Weltkrieg trat Siam dem Völkerbund bei, was zur Verstärkung von westlichen Strömungen führte. In deren Konsens kam es durch revolutionäre Handlungen zum Ende der absoluten Monarchie und zur Umbenennung des Landes in Thailand. Bei einem Krieg mit Frankreich gewann Thailand Gebiete in den französischen Kolonien Laos und Kambodscha. Gleichzeitig fand eine Annäherung an Japan statt, die mit einer Besetzung der Japaner in eine kriegerische Auseinandersetzung mündete, die sich um Gebietsansprüche drehte. Thailand gewährte Japan daraufhin die Erlaubnis zur Durchquerung des Landes auf seinem Weg nach Burma und Indien. Ein Teil des Handels erfasste den Zuschlag von Gebieten in Burma und Malaysia an Thailand, die jedoch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder zurückgegeben wurden.

Die neuere Geschichte ist von innenpolitischen Instabilitäten geprägt. Gleichzeitig erfolgte eine weitere Annäherung an die westliche Welt. Anfang der Neunzigerjahre des 19. Jahrhunderts begann eine Demokratisierungsphase, deren Entwicklung durch die Asienkrise erschwert wurde. Ein weiteres Ereignis, das Thailand schwer erschütterte, war der Tsunami, der am 26.12.2004 großen Schaden anrichtete.